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„Regelrechter Schildbürgerstreich“: Pendler verpassen jetzt Zug um eine Minute

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Von: Helena Grillenberger

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Busumstellung Ebersberg München
Der Bus der Linie 444 kommt nach wie vor um 5.42 Uhr am Aßlinger Bahnhof an. Dumm nur, dass nach der Fahrplanumstellung der Zug nach München bereits um 5.41 Uhr abfährt. © Stefan Rossmann

Vergangenes Wochenende wurde der Bahnfahrplan umgestellt. Aber der Bus der Linie 444 fährt weiter nach dem alten Fahrplan. Pendler, die zum Münchner Hauptbahnhof fahren, sind verärgert.

München/Aßling - Den Zug um eine Minute zu verpassen, ist immer ärgerlich. Noch ärgerlicher ist es aber, wenn man nichts dafür kann. So geht es gerade den Pendlern, die mit der Buslinie 444 den Zug nach München erreichen wollen.

MVV-Fahrplanwechsel: Busfahrplan nicht angeglichen - Pendler sauer

Denn: Der Bahn-Fahrplan wurde zum vergangenen Wochenende hin umgestellt und so fährt der Zug Richtung München Hauptbahnhof nicht mehr wie bisher um 5.46 Uhr in Aßling ab, sondern um 5.41 Uhr.

An sich kein Grund, sich zu ärgern; einen Vorteil birgt die Umstellung sogar: Bei einer Fahrt bis zum Ostbahnhof kann nun auch die IsarCard 9 Uhr genutzt werden – worüber sich die Pendler aber ärgern: Der Busfahrplan wurde nicht angeglichen. Und so fährt die Buslinie 444 weiterhin den Bahnhof Aßling wie gewohnt erst um 5.42 Uhr an.

Über einen „regelrechten Schildbürgerstreich“ beschweren sich die Pendler daher. Es sei „eine Frechheit“, dass der Fahrplan der Buslinie 444 nicht ebenfalls angepasst worden sei. Zumal das bei der Buslinie 447 geklappt habe. Daher sei es unverständlich, warum die Buslinie 444 nicht „ganz unbürokratisch“ einfach um fünf Minuten verlegt werden könne.

Nach Fahrplanwechsel: Pendler beschweren sich - „Es ist eine Frechheit“

Dass eine zeitliche Verlegung von Busstopps aber nicht so einfach von heute auf morgen erfolgen kann, ist klar, wenn man über mögliche andere Anschlussverbindungen nachdenkt: Je nach Komplexität der Linien und Anschlussbeziehungen dauere eine Fahrplanumstellung unterschiedlich lange, erklärt das Landratsamt. Ihm bzw. dem MVV, der vom Landratsamt mit der Planung und Organisation der Buslinien beauftragt ist, sei der Fahrplanwechsel der Bahn nur sehr kurzfristig mitgeteilt worden. Erst Mitte November habe die Bahn über die konkreten Änderungen informiert. Eine pünktliche Anpassung der Linie 444 sei daher nicht mehr möglich gewesen.

Dass die Linie 447 hingegen rechtzeitig umgestellt werden konnte, hat nichts mit der unterschiedlichen Flexibilität der Busanbieter zu tun, wie manch Pendler glauben mag. Vielmehr habe bei der Linie 447 die Verschiebung einer einzelnen Fahrt ausgereicht, um den Anschluss zum Zug in Grafing Bahnhof wieder herzustellen, erklärt das Landratsamt. Bei der Linie 444 aber seien, aufgrund mehrerer Anschlussverluste, die über den gesamten Tag verteilt sind, auch mehrere Anpassungen notwendig, die voneinander abhängig seien.

Nach MVV-Fahrplanwechsel: Landratsamt stellt klar - Anpassung der Buslinie 444 kommt

Eine Umstellung der Bus-Fahrpläne erfordere deshalb auch eine abgestimmte Planung, heißt es von Seiten des Landratsamts. Alle relevanten Einflüsse, so wie beispielsweise Busumläufe, Pausenzeiten des Fahrpersonals, Anschlussbeziehungen oder Schülerströme, müssten in Absprache zwischen Landkreis Ebersberg, MVV und Verkehrsunternehmen berücksichtigt werden. Und einzelne Einflüsse könnten eben dazu führen, dass sich die beabsichtigte Anpassung nicht ohne Weiteres umsetzen lasse. So habe auch auf der Linie 447 aufgrund der gesetzlichen Pausenregelungen für die Fahrer eine Anpassung am Nachmittag nicht realisiert werden können.

Auch wenn der Ärger der Pendler durchaus verständlich ist: Das Problem wurde gesehen und an einer Lösung wird gearbeitet. Zum kommenden Montag könne auch der Fahrplan der Buslinie 444 angepasst werden, erklärt das Landratsamt.

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