Großeinsatz in Neubiberg

Nach Einsturz von Flüchtlingsunterkunft: So geht es weiter

München - In Neubiberg ist in der Nacht auf Dienstag eine Flüchtlingsunterkunft zusammengestürzt. Ursache war ein Heizungsdefekt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Die kleinen Kinder waren schon im Bett, das Abendessen abgeräumt, da roch es in der Traglufthalle in Neubiberg plötzlich nach Gas. Am Montagabend um 21.30 Uhr ging der Alarm bei der Feuerwehr ein und nur wenige Minuten später begann die Evakuierung der Halle, in der sich gerade 237 Asylbewerber aufhielten. 300 können maximal dort unterkommen. „Die Evakuierung lief geordnet und ruhig ab. Panik hat es keine gegeben“, sagt Christine Spiegel vom Landratsamt.

Die Hülle der Traglufthalle wird durch einen erhöhten Luftdruck im Inneren stabil gehalten. Daher dürfen im Normalfall nur wenige Menschen gleichzeitig die Schleusentüren benutzen. Doch bei der Evakuierung mussten alle Menschen möglichst schnell aus der Halle hinaus: Deshalb blieben die Türen geöffnet und die Tragfolie der Halle sackte langsam ab – bis sie auf dem Gerüst und den Innenausbauten der Halle lag.

Alle Bewohner kamen sicher nach draußen und wurden von Feuerwehrautos in die nahegelegene Dreifachhalle des Neubiberger Sportzentrums gebracht. Während draußen der Sturm tobte, gab’s drinnen Tee und Kekse auf den Schreck.

Traglufthalle in Neubiberg eingestürzt: Bilder

Erstmal sind die Flüchtlinge in der noch nicht in Betrieb gegangenen Traglufthalle in Wörnbrunn untergekommen. Derweil wird in Neubiberg nach dem Grund für den Gasgeruch gesucht. „Der starke Sturm war definitiv nicht die Ursache. Der gasartige Geruch ist wohl durch ein defektes Heizungsventil entstanden“, sagt Spiegel.

Trotzdem braucht’s noch ein paar Tage, bis die Asylbewerber zurück in ihre Unterkunft können: Nachdem die Isolierfolie nicht mehr gespannt war, konnte der starke Sturm daran rütteln. Jetzt müssen noch einige Beschädigungen in der Isolierung repariert werden. Am Wochenende können die Asylbewerber spätestens in die Traglufthalle in Neubiberg zurückkehren.

Jasmin Menrad

Rubriklistenbild: © dpa

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