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„Dann fackelt man nicht lange“

Dramatische Szenen: Pistolen-Räuber überfällt Tankstelle - Fußballtrainer greift mutig ein

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Fußballtrainer Federico Monterroso wollte Zigaretten kaufen. Plötzlich stürmte ein bewaffneter Mann an ihm vorbei.

Der Überfall auf eine OMV-Tankstelle in Kirchheim (Landkreis München) im Juli hatte für Aufsehen gesorgt. Der Räuber zieht eine Waffe - doch mutige Kunden lassen sich nicht beeindrucken.

München - Da sitzt er in lässigen Sommerklamotten, mit Käppi und Sonnenbrille – aber der entspannte Eindruck täuscht! Frederico Monterrosos Augen sind hellwach, und der Körper ist einsatzbereit. Im Foto unten sehen wir den Mann, der blitzschnell und mutig reagiert hat, als ein bewaffneter Räuber die OMV-Tankstelle in Kirchheim überfallen wollte. Ihm ist es zu verdanken, dass die Sache glimpflich ausging.

Überfall auf Tankstelle in Kirchheim: Räuber zieht plötzlich Waffe

Monterroso (46) war am Abend des 7. ­Juli in der Tankstelle, um Zigaretten zu kaufen. Er kam gerade vom Fußball-Training in Aschheim: Dort trainiert er Jugendliche, „damit sie nicht auf der Straße sind“. Rauchend stand er am Eingang der Tankstelle und unterhielt sich. Plötzlich stürmte ein Mann an ihm vorbei, „mit gelber Jacke und vermummtem Gesicht“. Monterroso war alarmiert. Er spürte: Da stimmt was nicht! Intuition, die er sich während seiner neun Jahre beim Militär angeeignet hat, wo er auf Extremsituationen vorbereitet und im Umgang mit Waffen geschult wurde.

„Panik hatte ich zu keinem Zeitpunkt. Und wenn man sich auskennt, dann fackelt man nicht lange“, sagt er. In der Tankstelle waren neben OMV-Mitarbeiterin Melanie Dietz (59) noch zwölf weitere Personen. Was dann ablief, kennt man eigentlich nur aus Krimis: Der Räuber zielt mit seiner Pistole auf Dietz. „Die anderen Kunden haben sich sofort auf den Boden geschmissen. Das lief alles in Sekundenschnelle ab“, erinnert sich Monterroso.

Überwachungsvideo zeigt die dramatische Szene

Wie das Überwachungsvideo der Tankstelle zeigt, hatte der Täter eine Tüte dabei, in die er die Beute packen lassen wollte. Für einen kurzen Moment hielt er diese in beiden Händen, die Waffe war auf den Boden gerichtet. Monterroso: „Das war sein Fehler und gleichzeitig mein Moment.“ Für die Mitarbeiterin bestand aus Monterrosos Sicht in diesem Moment keine Gefahr, die Waffe war ja nicht auf sie gerichtet. „Da habe ich ihm von hinten einen Stapel Getränkekisten in den Rücken gestoßen“, berichtet der 46-Jährige. Der Täter war völlig aus dem Konzept, ergriff die Flucht – „und ich hinterher. Als Einziger“. So berichtigt Monterroso kursierende Meldungen, wonach mehrere Mutige die Verfolgung aufgenommen hätten. Und obwohl gut trainiert, hatte er bei der Verfolgung zu Fuß keine Chance: „Der Täter war jünger und schneller, er war ruckzuck weg.“

Eine Bekannte, die gerade getankt hatte, nahm mit Monterroso die Suche per Auto auf. Sie fuhren durch die umliegenden Straßen, aber ohne Erfolg. Als Monterroso zum Tatort zurückkam, war die Polizei schon da. „Wir wurden die ganze Nacht befragt.“

Tankstellenmitarbeiterin Dietz ist „heilfroh“, dass Monterroso da war. Sie sagt: „Das war ein Wahnsinn! Ich weiß nicht, wie das ohne ihn ausgegangen wäre…“

Ort des dramatischen Geschehens: die OMV-Tankstelle in Kirchheim.

Überfall auf OMV-Tankstelle in Kirchheim: Polizei schnappt Täter

Vorige Woche hat die Polizei nun einen 19-Jährigen aus Aschheim verhaftet. „Es liegt uns kein Geständnis vor, aber der Tatverdacht ist extrem“, teilt ein Sprecher des Polizeipräsidiums auf Anfrage mit. Ob die Waffe echt war und wie man auf den mutmaßlichen Täter gekommen ist, könne man aus ermittlungstechnischen Gründen derzeit nicht kommentieren.

Somalier sitzt vier Wochen lang unschuldig in Haft

Erleichtert sein darf derweil der 25-jährige Somalier, der noch in der Nacht des Überfalls als Tatverdächtiger festgenommen worden war. Über vier Wochen lang saß er in Untersuchungshaft. „Er hat sich zu den Ermittlungen nicht geäußert. Er hat nicht gestanden, aber auch seine Unschuld nicht beteuert“, teilt die Polizei mit. Die Indizien gegen den 25-Jährigen waren demnach so gravierend, dass der Ermittlungsrichter am nächsten Tag einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hatte. „Wir haben ihn also nicht unrechtmäßig festgehalten“, betont die Polizei. Ob der Somalier nun Schadenersatz fordert, wird derzeit wohl noch juristisch abgeklärt – er hat einen Pflichtverteidiger an seiner Seite.

Der Mut und die Zivilcourage, die Monterroso gezeigt hat, brachten ihm das Lob seiner Kollegen ein: „Die sind schon stolz…“ Vom Tankstellen-Besitzer gab es einen Geschenkkorb, von der Gemeinde habe er bisher aber noch nichts gehört. Monterroso findet: „Komisch, wo doch alle von Zivilcourage reden…“

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