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Kletter-Paar aus München steckt ganze Nacht im Fels fest – Rettung per Hubschrauber

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Von: Josef Hornsteiner

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Immer wieder kommt der Hubschrauber zum Einsatz, um Tote zu bergen (Symbolbild).
Um die beiden Münchner aus ihrer misslichen Lage zu retten, kam ein Hubschrauber zum Einsatz (Symbolbild). © picture alliance / Marcus Goebel / Marcus Goebel

Ein Kletter-Paar aus München muss die ganze Nacht am Fels im Karwendelgebirge ausharren. Am nächsten Morgen erfolgt die Rettung per Hubschrauber.

Garmisch-Partenkirchen – Spektakuläre Rettung in den Alpen: Mal wieder sind in Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) zwei Bergsteiger zu spät ins Karwendelgebirge aufgebrochen und haben sich außerdem noch überschätzt. Das Paar aus München, eine 30-Jährige und ein 38-Jähriger, musste letztlich über zehn Stunden am Seil in steiler Felsenwand ausharren – bis es schließlich gerettet wurde.

Kletter-Pärchen aus München verlässt sich auf Handy-App

Erst gegen 9.30 Uhr brachen die zwei am Sonntag in Mittenwald auf. Bis zum Einstieg in den Süd-West-Grat des Koflerturms, das Ziel ihrer Tour, hatten sie sich bereits zweimal verstiegen. Sie verließen sich auf eine Handy-App, die anzeigte, dass die gesamte Route in zweieinhalb Stunden zu machen wäre.

Eine unrealistische Zeitangabe, meint Bergwacht-Chef Heinz Pfeffer. „Selbst überragende Kletterer mit einer enormen Kondition und viel Erfahrung schaffen das fast nicht in dieser Zeit.“

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Fehler beim Abstieg: Kletterpaar über Nacht am Berg

Und so kamen die Kletterer erst gegen 21 Uhr am Gipfelkreuz an. Dann der entscheidende Fehler: Sie seilten sich an falscher Stelle ab, blieben 150 Meter über dem Boden in der Ostwand stecken. Notgedrungen richteten sie um 22.30 Uhr ein spartanisches Lager ein. Dann bekamen sie es mit der Angst zu tun, setzten um 0.05 Uhr einen Notruf ab.

Um 2.30 Uhr machte sich ein Helikopter auf den Weg nach oben. Ein Retter der Bergwacht analysierte mit Scheinwerfern die Sicherung der beiden. Da keine direkte Gefahr bestand, wollten die Einsatzkräfte kein unnötiges Risiko eingehen. So verbrachte das Paar die Nacht am Seil, ehe es um 7.15 Uhr morgens endlich wohlbehalten ins Tal gebracht werden konnte. (joho)

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