Laufstarker C-Jugend-Fußballer

Wie Michael (14) zum Marathonläufer aus Versehen wurde

+
Nach 42,195 Kilometern im Ziel: Eigentlich wollte Michael Alfertshofer nur die Zehn-Kilometer-Strecke laufen – doch weil er einmal falsch abgebogen war, nahm er aus Versehen am Marathon teil. Dafür bekam er von den Organisatoren des München Marathons sogar zwei Medaillen verliehen.

Michael Alfertshofer ist vermutlich Bayerns jüngster Marathonläufer. Geplant hatte er das nicht. Der 14-Jährige aus Landsberied ist beim München Marathon falsch abgebogen – und deshalb 42 statt der geplanten zehn Kilometer gelaufen. Trotzdem hat er es ins Ziel geschafft.

Landsberied – Michael Alfertshofer ist ein Marathonläufer aus Versehen. Der 14-jährige Realschüler aus Landsberied (Kreis Fürstenfeldbruck) wollte gemeinsam mit seinem Onkel Thomas beim München Marathon am vergangenen Wochenende die Zehn-Kilometer-Strecke laufen. Doch kurz nach dem Start der 20 000 Teilnehmer haben sich die beiden bereits aus den Augen verloren. Der C-Jugendfußballspieler des FC Aich war also auf sich allein gestellt. Und wegen eines Missverständnisses wurden aus den zehn Kilometern für ihn 42,195 Kilometer – nämlich die gesamte Marathonstrecke. Eigentlich dürfen dazu erst Läufer ab 18 Jahren antreten. Der 14-Jährige ist ohne es geplant zu haben der jüngste Marathonläufer Bayerns geworden.

Aufgeben kam für Michael nicht infrage

„Die Richtungsweisung des Streckenpostens an der Abzweigung der zehn Kilometermarke habe ich wohl missverstanden“, erzählt Michael. Er bog irrtümlich auf die Marathonstrecke ab. „Als ich dann durch den Englischen Garten lief, kamen mir erste Zweifel“, erzählt Michael. Aufgeben kam für ihn allerdings nicht infrage. „Sonst finde ich womöglich nicht mehr zurück“, befürchtete der Jugendliche. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als einfach weiterzulaufen, bis er im Ziel ist.

Der Lohn für eine Riesenleistung, die er so gar nicht geplant hatte: Nichael bekam von den Organisatoren des München Marathons sogar zwei Medaillen verliehen.

Seine größte Sorge war währenddessen, dass sich seine Mutter, die im Zielbereich auf ihn wartete, die Polizei einschalten würde, wenn er nicht mit den anderen Zehn-Kilometer-Läufern im Ziel des Olympiastadions ankommen würde. Und tatsächlich wurde seine Familie unruhig, als der Onkel im Ziel ankam aber von Michael keine Spur war. Seine Tante vermutete aber bereits, dass er die Abzweigung verpasst haben könnte. Seine Mutter Birgit machte sich im Zielbereich auf die Suche nach ihrem Sohn. Sie fragte im BRK-Zelt nach und bei der Streckenorganisation. Doch niemand konnte ihr weiterhelfen.

Michaels Mutter: „Ich lass ihn nie wieder ohne Handy loslaufen“

Und dann – nach drei Stunden und 28 Minuten – tauchte Michael im Ziel auf. Seine Familie schloss ihn erleichtert in die Arme. „Er hat Kampfgeist ohne Ende“, sagt Birgit Alfertshofer stolz über ihren Sohn. „Ich lass ihn aber nie wieder ohne Handy loslaufen.“

Keinem der vielen Streckenposten war der 1,50 Meter große Teenager aufgefallen. Obwohl seine Startnummer eine andere Farbe hatte als die der Marathonläufer. Denn seine Startnummer 9560 war für die Zehn-Kilometer-Strecke gemeldet.

Sein Onkel Thomas hängte ihm als Zeichen der Anerkennung direkt seine eigene Medaille um den Hals. Doch die konnte Michael ihm später zurückgeben. Denn die Organisatoren des München Marathons verliehen dem 14-Jährigen anschließend gleich zwei Medaillen: die für die Zehn-Kilometer-Strecke und die für den Marathonlauf. „So etwas gab es bei uns wirklich noch nie“, sagt eine Sprecherin. Michael Alfertshofer ist Bayerns jüngster Marathonläufer aller Zeiten – und wird es wohl erstmal bleiben. Das hat es ihm leicht gemacht, die nächsten zwei Tage mit Muskelkater zu überstehen.

Vielleicht wird für den jungen Marathon-Star aus Landsberied eines Tages auch mal ein Denkmal gesetzt. Dieser Tage sorgt ein 40 Kilo schwerer Holz-Junge am Straßenrand in München für Verwirrung - die Polizei steht vor Rätsel.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Gewaltiger Föhnsturm: Zugspitze eröffnet Wintersaison trotz Orkan - Bahnchaos und Verwüstung
Gewaltiger Föhnsturm: Zugspitze eröffnet Wintersaison trotz Orkan - Bahnchaos und Verwüstung
15-Jähriger aus Bayern entgeht knapp dem Tod - seine Krankheit halten viele für harmlos
15-Jähriger aus Bayern entgeht knapp dem Tod - seine Krankheit halten viele für harmlos
Döner darf jetzt nicht mehr Döner heißen: Reinheitsgebot ärgert Kebab-Verkäufer - „Schikane“
Döner darf jetzt nicht mehr Döner heißen: Reinheitsgebot ärgert Kebab-Verkäufer - „Schikane“
Flughafen München: Pläne für Expresszug begraben - Politiker wütend
Flughafen München: Pläne für Expresszug begraben - Politiker wütend

Kommentare