Blut aus der Wunde geleckt

Vampir-Wahn: Er wollte seinen Vater töten

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Dieser Mann hat im Wahn ein Vampir zu sein, seinen Vater mit einem Messer verletzt.

München - Da hat wohl jemand zu viel Dracula gelesen. Bereits im November 2011 verletzte ein Mann seinen Vater mit dem Messer und leckte das Blut aus der Wunde. Nun steht er vor Gericht.

Die grausige Szene erinnert an die vielen Horror-Videos, welche die Polizei in seinem Zimmer fand: Im Wahn, ein Vampir zu sein, stach Raimund G. (39) auf seinen Vater ein. Er wollte mit einem Messer den Hals des 66-Jährigen durchschneiden, um dessen Blut zu trinken! Jetzt sitzt er auf der Anklagebank des Landgerichts München II. Ist Raimund B. so gefährlich, dass er in der Psychiatrie eingesperrt werden muss?

Als Grafiker in einem Münchner Verlag hatte er einen gut bezahlen Job gehabt. Den warf er einfach hin – der Liebe wegen. Raimund B. zog zu seiner Freundin nach Nordrhein-Westfalen, was allerdings nicht lange gut ging. Frustriert und arbeitslos kehrte er zu seinen Eltern in ein Dorf im Landkreis Fürstenfeldbruck zurück. Er rauchte Marihuana und Kräuter, die im Internet als „Räuchermischungen“ angeboten werden – wie Bonzai Citrus.

Das Zeug hatte eine fatale Wirkung. „Er war nicht mehr er selbst“, berichtete seine neue Freundin als Zeugin. Er selbst fühlte sich von den Drogen in eine andere Bewusstseinsebene versetzt. „Ich kann Leute denken hören“, glaubte er.

Am 28. November 2011 tickte Raimund G. völlig aus: Mit einem Messer ging er auf seinen 66jährigen Vater los, „um dessen Blut zu trinken“, wie es in der Anklage heißt. Stimmen würden ihm befehlen, den Vater zu töten – „um dem Vampir­orden beizutreten.“

Es entbrannte ein verzweifelter Kampf, bei dem es dem Vater gelang, den mit dem Messer fuchtelnden Sohn zu entwaffnen. Raimund G. gab nicht auf, griff nach einem weiteren Messer mit 15 Zentimeter langer Klinge. Beim Versuch, ihm auch dieses Messer zu entwinden, erlitt der Vater eine stark blutende Schnittwunde an der Hand. „Der Beschuldigte berührte daraufhin das aus der Wunde tropfende Blut und nahm es auf“, so der Staatsanwalt in seiner Anklage. Nun war Raimund G. wieder ruhig.

In der psychiatrischen Klinik, in die er nach dem dramatischen Kampf gebracht wurde, gab es einen erneuten Vorfall: Der 39- Jährige versuchte, einen Mitpatienten zu beißen!

Dank passender Medikamente will Raimund G. kein Blut mehr lecken. Jetzt ist er ganz friedlich. Er hofft nun, dass er mit einer Unterbringung auf Bewährung davonkommt und wieder arbeiten kann.

E. Unfried

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