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Nach Spreng-Serie bei der Sparkasse: Automaten-Aus im Münchner Umland

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Geldautomaten einer Sparkasse stehen in der Kölner Innenstadt. Die Sparkasse hat jüngst Geldautomaten an zwölf Standorte
Um an Geld zu kommen, sprengen Kriminelle immer häufiger Geldautomaten (Symbolfoto). © Christoph Hardt/Imago

Die logische Konsequenz: Nachdem viele Geldautomaten im Münchner Umland gesprengt wurden, schließt die Sparkasse SB-Geschäftsstellen.

München – Nach einer Serie von Sprengstoffanschlägen auf Geldautomaten im Bereich der Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg zieht das Geldinstitut Konsequenzen: Mit sofortiger Wirkung werden ihre SB-Geschäftsstellen mit Bankautomaten in Gilching, Inning und Percha (Kreis Starnberg) außer Betrieb genommen. Kunden werden gebeten, sich Bargeld an anderen Standorten der Kreissparkasse zu besorgen. Für weitere Standorte im Landkreis München sowie den Kreisen Starnberg und Ebersberg wird ein nächtlicher Wachdienst eingesetzt.

Ulrich Sengle vom Vorstand der Kreissparkasse bedauerte die Schutzmaßnahmen: „Die Gefährdungslage aus der laufenden Anschlagsserie erforderte von uns ein schnelles Handeln.“ Dienstagnacht war ein Geldautomat in Anzing (Kreis Ebersberg) gesprengt worden, in der Nacht zum Freitag haben Unbekannte einen Geldautomaten in Stetten (Unterallgäu) gesprengt.

Die Stadtsparkassen in München sind von den präventiven Maßnahmen nicht betroffen

Die Stadtsparkassen in München sind von den präventiven Maßnahmen nicht betroffen. Im dicht besiedelten Stadtgebiet sei es für Verbrecher ohnehin schwieriger, unbemerkt Geldautomaten zu sprengen als im ländlichen Raum, so ein Sprecher. Dennoch: Derzeit lasse die Sparkasse auch vereinzelt Automaten in München vom Landeskriminalamt (LKA) prüfen, ob es sich um sogenannte Risikostandorte handelt – also von Sprengung gefährdete Automaten. Sollte das in München der Fall sein, prüfe man nächste Sicherheitsschritte. Das sei jedoch noch „Zukunftsmusik“, so ein Sprecher.

Die Serie von Anschlägen war auch Thema auf der Konferenz der Innenminister in München. Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius sprach von über 500 erfolgten Geldautomaten-Sprengungen in Deutschland in 2022: „Das ist ein einsamer Rekord.“ In den Niederlanden sei es gelungen, die Zahl deutlich zu senken, weil man dort mit den Banken und Sparkassen erreicht habe, „dass das Geld bei Sprengungen unbrauchbar gemacht wird“. Es wird entweder gefärbt oder verklebt. „Geld, das man nicht mehr benutzen kann, klaut auch keiner.“ Leider sei man in Deutschland noch nicht so weit. Stattdessen würden Automaten nachts geschlossen. Das sei keine flächendeckende Lösung, weil die Versorgung mit Bargeld gefährdet sei. CM, LIM

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