Ihm drohen nun Konsequenzen

Schock-Moment in S-Bahn: Aggressiver Sturmhauben-Mann sorgt für Angst

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Dieser Mann sorgte in der S7 von München nach Wolfratshausen gestern für Aufruhr. Danach wurde er erneut auffällig.

In einer Münchner S-Bahn sorgte am Mittwoch ein Mann mit Sturmhaube und Messer für Aufruhr - blieb aber auf freiem Fuß. Nur kurz danach marschierte er bewaffnet in ein Wirtshaus.

Update 25. Oktober, 11.27 Uhr: Der 49-jährige Wolfratshauser, der, mit einer Sturmhaube maskiert und mit einem Messer bewaffnet, am Mittwochabend in der S7 Angst und Schrecken verbreitet hatte (wir berichteten), hat nur wenige Stunden nach dem Vorfall erneut für Aufsehen gesorgt. Eine Streife nahm den Mann in Gewahrsam und brachte ihn in eine Fachklinik.

Nach Aufruhr in Münchner S-Bahn: Sturmhauben-Täter bedroht Ex-Arbeitgeber

Der 49-Jährige, der laut Polizei seit August in zwei Körperverletzungen sowie drei Betäubungsmitteldelikte verwickelt war, fuhr am Donnerstag gegen 12.30 Uhr zu einer Gaststätte an der Austraße in Egling. Dort hat er nach Ermittlungen der Polizei früher gearbeitet. „In den Händen einen Golfschläger haltend forderte er angebliche ausstehende Lohnzahlungen“, berichtet Hauptkommissar Steffen Frühauf.

Das Auftreten des Mannes sei derart bedrohlich gewesen, dass die Gasthaus-Mitarbeiter einen Notruf absetzten. Durch zwei Streifen konnte die Lage vor Ort schnell beruhigt werden, die Beamten nahmen den Aggressor in Gewahrsam.

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Nach Aufruhr in S-Bahn: Sturmhauben-Mann muss in Fachklinik - Anzeige droht

Der 49-Jährige hat nun mit erheblichen Konsequenzen zu rechnen. Frühauf: „Wie sich herausstellte, war der Golfschläger, mit dem er in dem Wirtshaus aufschlug, gestohlen, und in seinen Hosentaschen befand sich noch eine geringe Menge Marihuana.“ Da zu befürchten war, dass der Wolfratshauser erneut anderen Personen gefährlich werden könnte, wurde er nach Rücksprache mit dem Landratsamt von der Polizei in eine Fachklinik gebracht.

Gegen den 49-Jährigen wird nun wegen Diebstahls und eines Vergehens nach dem Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Da die Lohnforderung nachweislich unbegründet war, muss er sich zudem wegen räuberischer Erpressung verantworten. „Der Gesetzgeber sieht hier analog zum Raub eine Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten vor“, erläutert Hauptkommissar Frühauf.

Sturmhauben-Täter aus Münchner S-Bahn: Man hielt ihn nicht für eine Bedrohung

Nachdem der Mann am Mittwochabend in der S7 von München nach Wolfratshausen für Aufruhr gesorgt hatte, verzichtete die Polizei wie berichtet auf die Festnahme des 49-Jährigen. Die Begründung: Von ihm gehe offenbar keine ernste Bedrohung aus. Die Beamten beließen es bei einer Anzeige wegen Erregung öffentlicher Unruhe. Der Wolfratshauser hatte zu Protokoll gegeben, wegen psychischer Probleme in Behandlung zu sein.

Update 13.39 Uhr: Nach dem Schreckmoment in der S7 Richtung Wolfratshausen am Vorabend, gibt es nun mehr Details zu dem Vorfall. 

So berichtet Wolfratshausens Vize-Polizeichef Steffen Frühauf, dass die Situation für die Polizei zunächst äußerst unklar gewesen sei. „Wir wussten nicht genau, ob der Mann in Wolfratshausen oder Icking ausgestiegen war.“ Die Bundes- und Landespolizei rückten aus, um den Unbekannten zu suchen.

München: Schreckmoment in S-Bahn - Täter in Wolfratshausen bekannt

Insgesamt waren fünf Streifen und ein Hundeführer vor Ort. Aufgrund von Zeugenberichten konnte die Polizei den Verdächtigen schließlich ermitteln. „Wir haben den Mann zu Hause angetroffen“, sagt Frühauf. Er war in den vergangenen Wochen regelmäßig auffällig geworden.

Seit August war der 49-Jährige nach Angaben der Polizei in zwei Körperverletzungen und drei Betäubungsmitteldelikte verwickelt. „Mehrfach haben wir auch Anrufe bekommen, weil er mit seiner Sturmhaube unterwegs war“, sagt Frühauf. Ein Augenzeuge berichtete gegenüber der Polizei von zwei Begegnungen mit dem Maskierten. Im Isar-Loisachstadion in Wolfratshausen zettelte er – wieder einmal mit Sturmhaube maskiert – vor einigen Wochen einen lautstarken Streit an.

Mit Sturmhaube in Münchner S-Bahn: Täter ist psychisch labil

Am vergangenen Wochenende fiel der Mann mit der Maske vor der Zeppelin-Bar im Gewerbegebiet negativ auf. Alle Fälle verliefen jedoch glimpflich, der Aggressor zog sich nach einigen Beleidigungen zurück. Auch seiner Drohung in der S-Bahn ließ der psychisch labile Mann keine Taten folgen. „Dass keine schwerere Straftat vorliegt, ist die eine Sache“, sagt Frühauf.

Rein rechtlich betrachtet, sei eine Vermummung nicht verboten. Lediglich auf Demonstrationen und Versammlungen sowie im Straßenverkehr ist eine Sturmhaube tabu. „Mit so einer Maske kann man seinen Mitmenschen aber große Angst machen“, gibt der Vize-Polizeichef zu bedenken – so wie am Mittwochabend in der S-Bahn.

Die Polizei steht Frühaufs Worten zufolge mit dem Gesundheitsamt in Verbindung. Die Behörde soll prüfen, ob der Wolfratshauser in psychiatrischer Betreuung untergebracht werden soll.

Erstmeldung von 8.10 Uhr: Wolfratshausen - In einer S-Bahn der Linie S7 von München nach Wolfratshausen mussten die Fahrgäste am Mittwochabend einen Schreckmoment verkraften. Ein Mann, vermummt durch eine Sturmhaube und einen dicken Schal, stand in der S-Bahn.

Laut Zeugenaussagen hatte er ein Messer bei sich und drohte, dass „in 50 Minuten keiner mehr lachen“ werde. Verstörte Fahrgäste machten heimlich Aufnahmen von dem Mann. Zudem wurde die Polizei verständigt.

S-Bahn München: Mann mit Sturmhaube sorgt für Aufregung - Wolfratshausen

Die Einsatzkräfte konnten den Mann schließlich ausfindig machen. Der 49-Jährige wirkte verwirrt und gab an, wegen psychischer Probleme in Behandlung zu sein. Auch das Mitführen des Taschenmessers gestand er.

Dieser Mann sorgte in der S7 von München nach Wolfratshausen gestern für Aufruhr.

Da offenbar keine ernste Bedrohung von dem Mann zu erwarten war, wurde auf eine Festnahme verzichtet. Die Bundespolizei gab Entwarnung. Der Mann muss nun allerdings mit einer Anzeige wegen Erregung öffentlicher Unruhe rechnen.

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kah

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