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Verfolgungsjagd im Münchner Umland: Falsche Polizisten fliehen mit Blaulicht vor echter Zivilstreife

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Von: Günter Hiel

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Symbolbild DPA Arno Burgi
Nach einer Verfolgungsjagd stellte die Polizei die falschen Polizisten. Symbolbild © Arno Burgi

Mit Blaulicht haben zwei junge Männer Dienstagnacht in Hohenbrunn geprotzt - fatalerweise direkt vor einer Zivilstreife. Der Beginn einer Verfolgungsjagd.

Hohenbrunn - Am Dienstag um 21.45 Uhr war eine Zivilstreife der Polizeiinspektion Ottobrunn im Gewerbegebiet Hohenbrunn unterwegs, am ehemalige Muna-Gelände. Als plötzlich von rechts ein schwarzer Mercedes mit Blaulicht aus einer Straße schoss und mit stark überhöhter Geschwindigkeit – mehr als 100 Stundenkilometer – davonpreschte. Ein Einsatz?

Leitstelle bestätigt: Es liegt kein Einsatz vor – Das ist kein echtes Polizeiauto

Die Zivilstreife funkte die Leitstelle an, ob sie da etwas verpasst hätten. Aber Nein: Kein Einsatz gemeldet. So hängten sie sich an den mysteriösen Mercedes dran. Der bretterte weiter, ungebremst durch die 30er-Zone an der Bahnunterführung Wächterhof, weiter durch die Luitpoldsiedlung. Pures Glück, dass dem Raser in der eng bebauten Wohnsiedlung nichts in die Quere kommt.

Mercedesfahrer versucht, die Zvilstreife abzuschütteln

Der hat mittlerweile bemerkt, dass er verfolgt wird. Die Zivilstreife hat ihr Blaulicht aufgepflanzt. Der Mercedes biegt immer wieder ab, versucht die Streife abzuschütteln. Doch die Polizisten verlieren die Rücklichter des Wagens nicht aus den Augen. Und als die plötzlich weg sind, haben sie schon einen Zeugenhinweis bekommen.

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Zeuge gibt Hinweis: schwarzer Mercedes hinter Garage versteckt

Bei der Polizei ist ein Hinweis eingegangen, dass ein schwarzer Benz versteckt hinter einer Garage geparkt worden ist und zwei Männer sich schnell entfernt hätten. Nicht schnell genug: Die Polizei stellt die beiden. Ein 21-Jähriger aus dem Landkreis München gibt zu, hinterm Steuer gesessen zu sein. Den Mercedes habe er sich von einem Freund in München gelliehen. Sein Beifahrer, 23 Jahre alt, kommt auch aus dem Landkreis München.

Anzeigen wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, Amtsanmaßung und verbotenen Autorennens

Die Polizei stellt das Blaulicht sicher. Was die jungen Männer bezweckt haben? „Wahrscheinlich wollten sie Polizei spielen und sich wichtig machen“, heißt es in der Inspektion Ottobrunn. Die Beamten übergeben den Mercedes an den Besitzer. Der 21-jährige Fahrer wird vernommen und dann wieder entlassen. Er bekommt Anzeigen wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, Amtsanmaßung und wegen eines verbotenen Autorennens. (gü)

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