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Sensations-Sichtung nahe München: Mann macht zufällig Foto von nahezu ausgestorbenem Vogel

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Von: Andrea Gräpel

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Christoph Fürst machte auf einem Flugplatz bei Oberpfaffenhofen zufällig einen Sensationsfund. Er fotografierte einen nahezu ausgestorbenen Vogel.

Oberpfaffenhofen – Die Sichtung des Tieres ist insofern außergewöhnlich, als der gänsegroße Ibis zu den am stärksten bedrohten Vogelarten weltweit gehört und als nahezu ausgestorben galt.

Der Waldrapp ist ein Zugvogel, der bis ins 17. Jahrhundert auch in Mitteleuropa heimisch war, dort aber durch Überjagung verschwand. Im Rahmen eines EU-Projektes unter der Leitung eines österreichischen Fördervereins „Waldrappteam“ wird seit 2013 versucht, mehr als 120 Exemplare dieses buchstäblich bunten Vogels wieder anzusiedeln. 

Jedes Tier trägt deshalb einen Sender. Damit in Verbindung steht auch ein Projekt namens Icarus – eine Antenne, die seit 2018 auf der ISS montiert ist. Das Projekt dient der Grundlagenforschung im Natur- und Artenschutz. Mit dessen Hilfe wird auch das Flugverhalten des Waldrapps verfolgt. 

Ein Partner dieses Programms ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Als wollte er mit seinem Besuch in Oberpfaffenhofen zeigen, dass sich die Unterstützung auszahlt“, freut sich Fürst.

Waldrapp nahe München: „Ich hatte so was noch nie gesehen“

Der Vogel fiel ihm nach dem Start einer Maschine auf dem Vorfeld auf. „Ich hatte so was noch nie gesehen“, berichtet Fürst dem Starnberger Merkur und ist froh, dass er reaktionsschnell mit dem Smartphone ein Video aufnehmen konnte. Nach einer Recherche im Internet verdichtete sich die Annahme, dass der lustige Vogel, den der 48-Jährige da entdeckt hatte, ein Waldrapp ist.

Fürst kontaktierte das Waldrappteam in Innsbruck und auch den für den Flugplatz zuständigen Jäger. Beide Kontakte bestätigten seine Vermutung und gaben ihm den Hinweis, dass man den Vogel anhand des Senders verfolgen kann. 

Daher weiß der Hobbypilot, der im echten Leben Diplom-Psychologe in Gilching ist, das der schrille Vogel 2017 in der Toskana geboren wurde und den Namen Attila trägt. Über Österreich hat es ihn hierher verschlagen. Leider tummeln sich die nächsten Weibchen am Chiemsee und bei Glonn. Würde eines nach Oberpfaffenhofen kommen, würde der Waldrapp vielleicht ansässig.

Im Herbst 2019 wurde ein Waldrapp-Weibchen in Königsdorf gesichtet. Einige Jahre zuvor tauchte ein weiteres Waldrapp-Weibchen im Landkreis Fürstenfeldbruck auf.

Sichtung nahe München: Nun verfolgt er den Waldrapp per App

„Wir haben hier viel Grün, wo er seine Ruhe hat“, findet der Stützpunktleiter und würde sich freuen. Er hat auf seinem Smartphone sogleich die App „Animal Track“ installiert, auf der man genau verfolgen kann, wo Attila sich so rumtreibt.

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