Zwischenfall am Münchner Flughafen

Beinahe-Crash auf Landebahn: Flugzeug muss ausweichen

München - Weil ein anderes Flugzeug die Landebahn noch blockierte, muss eine Air-Berlin-Maschine ihren Landeanflug auf den Münchner Flughafen in letzter Sekunde abbrechen.

Die Boeing 737 aus Köln ist schon fast in München gelandet, als der Pilot plötzlich nochmal durchstartet. Kurz zuvor hat er eine Warnung des Fluglotsen bekommen: Nicht aufsetzen - Landebahn blockiert! Der Pilot von Airberlin tut, wie ihm geheißen, den 128 Passagieren von Flug AB 6111 fährt derweil der Schreck gehörig in die Glieder. Die Flugsicherung spricht aber von Alltagsgeschäft. Wie die Deutsche Flugsicherung (DFS) dem Münchner Merkur bestätigte, war es schon am Dienstag, 13. Oktober, zu diesem Zwischenfall gekommen. Auf besagter Landebahn des Flughafens München stand ein kleineres Flugzeug, das - trotz Flugerlaubnis - nicht rechtzeitig vom Fleck kam. Dem Piloten der fast voll besetzten Airberlin-Maschine blieb nichts anderes übrig, als seine Maschine wieder hochzuziehen. Zu diesem Zeitpunkt, kurz vor halb acht, war das Flugzeug nur noch 75 Meter über dem Boden.

Was für die Passagiere durchaus außergewöhnlich gewesen sein dürfte, bezeichnet eine Sprecherin von Airberlin als „ganz normales Manöver, das mehrmals täglich durchgeführt wird“. So sieht das auch die Flugsicherung. Dass eine Maschine den Landeanflug abbrechen muss, passiert laut DFS-Sprecherin Sandra Teleki im Schnitt zwei bis vier Mal am Tag - alleine in München. Natürlich könne sie verstehen, dass solche Situationen für Fluggäste beunruhigend seien. „Für die Piloten und die Crew ist das aber nichts Ungewöhnliches.“ Ein anderes Flugzeug auf der Landebahn ist laut Teleki nur eine von vielen Ursachen, die den Abbruch eines Landeanflugs nötig machen. Ein so genannter Fehlanflug wird zum Beispiel auch dann eingeleitet, wenn sich ein Fahrwerk nicht ausfahren lässt oder wenn zu starke Windböen eine Landung gefährlich machen. Das Manöver von Flug AB 6111 war laut Teleki vergleichsweise harmlos. Es komme auch vor, dass Maschinen kurz auf der Landebahn aufsetzen und dann wegen eines Risikos wieder durchstarten müssten. Davon blieb die Airberlin-Maschine verschont.

tz

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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