Münchner Umland

MVV: Landkreise fordern Einheitstarif

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München – Zonen, Ringe, ziemlich unübersichtlich: Die SPD-Fraktionen in den Umland-Kreisen fordern ein vereinfachtes MVV-Tarifsystem.

Aus dem komplizierten Zonen- und Ringsystem des MVV müsse „ein einfacher, klar verständlicher Einheitstarif werden“, heißt es in einer Erklärung von SPD-Vertretern aus den Landkreisen München, Dachau, Ebersberg, Erding, Fürstenfeldbruck und Starnberg.

Hintergrund ist, dass der MVV derzeit eine große Tarifreform plant. Sie soll Ende 2018 in Kraft treten. Das jetzige System, das aus dem Jahr 1999 stammt, habe Schwächen, sagt der zuständige MVV-Bereichsleiter Norbert Specht. Ein Kernpunkt der Kritik ist der hohe Preissprung zwischen Stadt und Umland. Auch die unterschiedlichen „Tarifierungseinheiten“ mit Räumen, Ringen und Zonen sind kompliziert. „Das macht es Leuten schwierig, die nicht so oft fahren“, sagt Specht.

Am Dienstag tagte einmal mehr der MVV-Arbeitskreis zur Tarifreform der einem größeren „Lenkungskreis“ zuarbeitet. Der Lenkungskreis und die MVV-Gesellschafterversammlung mit dem Münchner OB Dieter Reiter als Vorsitzenden muss die Tarifreform bis Ende des Jahres genehmigen, damit sie rechtzeitig ein Jahr später in Kraft treten kann.

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So viel scheint klar: Den Stein der Weisen hat der MVV bisher nicht gefunden. „Wir sind noch im Arbeitsstadium, ein Feinkonzept gibt es noch nicht“, sagt Specht. Befürchtungen der SPD, es laufe auf ein noch komplizierteres System hinaus, dementiert er. Die SPD fordert, Stadt und Landkreis München sollten künftig eine gemeinsame Tarifzone Innenraum bilden – die anderen Landkreise eine Tarifzone Außenraum. „Wir brauchen einfachere und gerechtere Tarife“, erklärte beispielsweise der SPD-Fraktionschef im Landkreis Fürstenfeldbruck, Peter Falk. Sein Kollege in Ebersberg, Albert Hingerl, verbindet die Forderung gleich noch mit dem Ruf nach einem Zehn-Minuten-Takt für die S2. Doch dafür sei der MVV nicht zuständig, sagt Specht – sondern die Bayerische Eisenbahngesellschaft, die dem Verkehrsministerium untersteht. 

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Zweite Stammstrecke: Erster Blick in neuen S-Bahn-Tunnel

Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
Der Blick von Osten auf die geplante Trasse: Die zweite S-Bahn-Röhre (rot) zweigt ab Leuchtenbergring aus der ersten ab (grün). Es folgen Stopps an Ostbahnhof, Marienplatz und Hauptbahnhof – nicht am Stachus! Ab Donnersbergerbrücke fädelt die zweite Stammstrecke ein. In Laim gibt es einen gemeinsamen Halt. © Stoiber Productions
Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
Nächster Halt, Ostbahnhof! Unter dem Orleansplatz fädelt die zweite S-Bahn-Stammstrecke in die erste ein. Die Sperrengeschosse wirken unspektakulär wie die bekannten bei U- und S-Bahn. Die Tiefe der zweiten Röhre ist mit 35 Metern die geringste im ganzen Verlauf. © Stoiber Productions
Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
Im Zentrum wird die zweite Stammstrecke nicht unter dem Marienplatz, sondern unter dem Marienhof durchführen – und zwar eine Etage tiefer als bislang die U-Bahnen. © Stoiber Productions
Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
Für den Bahnhof sehen die Planer große, gelbe X-Stützen vor, die sich vom oberen zum unteren Zwischengeschoss fortsetzen. Der S-Bahnhof liegt dann in 38 Metern Tiefe. © Stoiber Productions
Zweite Stammstrecke, München, S-Bahn
41 Meter unter dem neuen Hauptbahnhof soll der S-Bahn-Halt der zweiten Stammstrecke liegen. Die Simulation zeigt, dass Passagiere aus der neuen Haupthalle fünf Rolltreppen hinunter oder hinauf fahren müssen. Zudem soll es Express-Aufzüge geben. Probleme gibt es mit der Planung der Rolltreppen zu U4/5. © Stoiber Productions

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