Familientragödie in Freising

Drei Kinder getötet: 14 Jahre Haft für Mutter

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Die 39-Jährige aus Freising.

Landshut/Freising - Sie hat ihre drei Kinder getötet, sie in den Kofferraum gelegt und auf der A 92 absichtlich einen Unfall verursacht: Eine 39-Jährige aus Freising muss 14 Jahre ins Gefängnis.

Gut ein Jahr nach einer Familientragödie in Freisinghat das Landgericht Landshut am Donnerstag das Urteil gegen die angeklagte Mutter verkündet. Wegen Mordes und Totschlags an ihren drei Kindern muss eine 39-Jährige aus Oberbayern für 14 Jahre ins Gefängnis. Die Frau habe sich selbst töten wollen und für ihre Kinder keine Zukunft gesehen, sagte die Vorsitzende Richterin am Landgericht Landshut Gisela Geppert am Donnerstag.

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Die 39-Jährige aus Freising hatte in dem Verfahren eingeräumt, ihre sechsjährige Tochter und die neugeborenen Zwillinge erstickt zu haben. Anschließend hatte sie die leblosen Körper in den Kofferraum ihres Wagens gelegt, war auf die Autobahn 92 gerast und hatte bei Unterschleißheim nördlich von München absichtlich einen Unfall verursacht. Die Frau überlebte schwer verletzt und muss sich nun wegen Mordes und zweifachen Totschlags verantworten. Die Angeklagte ist laut Gutachter vermindert schuldfähig. Demnach war die Frau in ihrer Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit erheblich beeinträchtigt. Für sie war eine Welt zusammengebrochen, als ihr Lebensgefährte, der sich selbst in die Psychiatrie eingewiesen hatte, nicht mehr zu ihr zurückkehren wollte. Die Staatsanwaltschaft hat eine Haftstrafe wegen Mordes und zweifachen Totschlags von 14 Jahren und sechs Monaten gefordert. Die Verteidigung forderte 13 Jahre Haft.

Unklar blieben in dem Prozess die genauen Todesumstände der Zwillinge. Laut Rechtsmedizin stammen die schweren Kopfverletzungen nicht von dem Unfall. Zudem waren beide Arme des Jungen gebrochen. Staatsanwaltschaft und Nebenklage sind überzeugt, dass die Angeklagte den Säuglingen die Verletzungen im Wald zugefügt hatte. Die Mutter hat dies bestritten.

dpa

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