Großbrand in Oberau: Anwohner sollen Fenster und Türen schließen

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Sie schickte dem Mann Aufnahmen

Mutter missbraucht eigenen Sohn, um den Ehemann zurückzugewinnen

Eine junge Mutter missbrauchte ihren Sohn sexuell. Sie machte Fotos und Videos, die sie an den Stiefvater verschickt und wurde später von diesem dafür erpresst.

Landkreis Weilheim-Schongau – Es ist kaum zu glauben, noch schwerer nachzuvollziehen. Eine junge Mutter hat ihren fünfjährigen Sohn sexuell schwer missbraucht, den Jungen mehrfach gezwungen, seine Hand bei ihr einzuführen, sogar den Beischlaf herbeigeführt. Von den Taten hat sie Fotos und Videos gemacht, die sie dem Stiefvater Luca R*. schickte, um ihn zurückzugewinnen.

Der Vater habe die Bilder verlangt

„Ich hatte mir Hoffnungen gemacht, dass ich so bei Luca noch eine Chance habe und wir wieder zusammenkommen“, sagt die 27-jährige Einzelhandelskauffrau. Es fällt ihr sichtlich schwer, über ihre Taten von 2013, die in zwei Wohnungen im Landkreis Weilheim-Schongau stattfanden, zu sprechen. Aber sie legt ein umfassendes Geständnis ab. Ihrem Sohn zuliebe, der sehr belastet sei von den Vorfällen.

Die junge Frau wirkt kraftvoll, als sie von den schrecklichen Hintergründen der Taten berichtet. Luca R.. habe sie immer wieder gebeten, ihm neue Bilder zu schicken. Darauf zu sehen: Sandra. F.*, wie sie nackt auf ihrem Bett liegt, ihr Sohn im Schlafanzug daneben, wie er sie im Intimbereich berühren muss. Freiwillig habe er das nicht getan, er habe sich nicht gut gefühlt dabei, das habe sie an seinem Gesicht gesehen. In zwei weiteren Videos liegt die 27-Jährige in der Badewanne und führt den Beischlaf mit ihrem Sohn aus.

„Er hatte mich damals in der Hand“

Und dann rückt sie heraus mit den schrecklichen Geheimnissen, die hinter der Tat stehen: „Luca hat mich immer wieder gebeten, neue Bilder zu schicken“, berichtet sie mit brüchiger Stimme. Insgesamt waren es 33 Aufnahmen, die sich Luca R. auf einer externen Festplatte speicherte. 

Obwohl sie dabei keine Lust empfand und obwohl ihr Sohn sichtlich darunter litt, habe sie den Anweisungen des Zeitarbeiters Folge geleistet. „Er hatte mich damals in der Hand. Ich habe einfach alles gemacht, was er wollte“, begründet die 27-Jährige, die zuletzt in einem Ort nahe Schongau lebte, ihre Taten. „Ich dachte, dass er zu mir zurückkommt. Ich habe doch immer so viel für ihn gemacht.“ Das Paar habe von ihrem Lehrlingsgehalt gelebt, als sie noch zusammen waren. Sie wollte ihn so sehr zurück, dass sie alles für ihn tat.

Der Mutter droht weitaus längere Haftstrafe

Bis er sie erpresste. Denn im Herbst 2017 überspannte Luca R. den Bogen: Er behauptete, seine externe Festplatte, auf der er die Bilder und Videos gespeichert hatte, sei gestohlen worden, und forderte 10.000 Euro von Sandra F. 

Die junge Frau konnte aber nicht zahlen und wollte sich auch nicht auf die anderen Vorschläge von Luca R. einlassen, wie sie den Betrag „abstottern“ könnte: „Er wollte mich zu fremden Männern fahren und den Verdienst für den Sex mit denen sollte ich ihm dann abgeben“, berichtet die junge Frau. Stattdessen ging sie zur Polizei und erstattete Anzeige. 

Jetzt stehen vier Jahre und neun Monate Gefängnis für die junge Mutter auf dem Spiel, für Luca R. nur ein Jahr und sechs Monate. Der Prozess dauert an.

Unterdessen hat auch der Prozess gegen die beiden Hauptbeschuldigten im Missbrauchsfall Staufen begonnen. Einer Mutter und ihrem Lebensgefährten wird vorgeworfen, den Sohn der Frau regelmäßig missbraucht und an andere Männer verkauft zu haben.

Julia Traut

*die Namen der Angeklagten wurden in diesem Artikel geändert

Rubriklistenbild: © dpa/Marcel Kusch (Symbolbild)

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