Traumurlaub gerettet

Mutter von Unfallopfer: So half sie den Verursachern

Bruckmühl - Ein Urlauberpärchen hat das Auto ihres Sohns gerammt. Dann startete Judith R. (57) aus Bruckmühl eine beispiellose Aktion für die Verursacher.

Sie ist eine echte Urlaubsretterin: Judith R. (57) aus Bruckmühl fuhr nämlich ein Pärchen zum Flughafen, damit das Liebespaar den Flieger in die Karibik erreichen konnte. Was daran so besonders ist? Der Südtiroler hatte zuvor Judiths Sohn an einer Kreuzung die Vorfahrt genommen. Das Auto des Urlauberpärchens war so demoliert, dass eine Weiterfahrt unmöglich war. Doch dank Judiths selbstloser Hilfe genießen die Südtiroler jetzt ihren Traumurlaub in der Dominikanischen Republik – bei 30 Grad im Schatten!

Das Malheur war am Samstagmorgen gegen 8.15 Uhr geschehen: Beim Linksabbiegen in Faistenhaar übersah der Südtiroler (42) den Fiat, den Judiths Sohn (28) steuerte. Der Rettungsassistent beim MKT konnte nicht mehr ausweichen, beide Autos prallten mitten auf der Kreuzung zusammen.

Besonderes Pech: Der Südtiroler war zuvor extra wegen eines Staus von der A8 abgefahren, um seinen Flug noch rechtzeitig zu erwischen. Nach dem Unfall schien der Traumurlaub in der Karibik aber in weite Ferne gerückt...

Doch dann trat Judith R. auf den Plan: Die 57-Jährige war nach dem Zusammenstoß von ihrem Sohn angerufen worden. „Sofort sind mein Mann und ich mit zwei Autos nach Faistenhaar gefahren“. erzählt Judith R. Am Unfallort konnte sie zunächst aufatmen. Ihr Sohn Martin war nahezu unverletzt, das Urlauberpärchen auch.

Schnell hatte die 57-Jährige erfahren, was für die Südtiroler auf dem Spiel stand. Sie war spontan bereit, sich als so genannte Zustellungsbevollmächtigte zur Verfügung zu stellen. Das heißt: „Wenn Post von der Polizei fällig wird, bekommt die Dame diese zuerst und leitet sie dann an den Mann aus Südtirol weiter“, erklärt Polizeisprecherin Elizabeth Matzinger.

Damit war die Hilfsbereitschaft von Judith R. aber noch längst nicht erschöpft: Die Bruckmühlerin fuhr den Südtiroler und dessen Lebensgefährtin schließlich zum Flughafen. Denn: Ein Taxi wäre nicht so schnell dagewesen, um die beiden zum Flieger zu bringen. „Ich hab ganz schön aufs Gas drücken müssen, damit die beiden das Flugzeug erwischen“, schmunzelt Judith R. „Aber wir haben es gerade so geschafft“, freut sie sich.

JAM

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