Lawinenabgänge in den Chiemgauer Alpen - verschüttete Personen vermutet

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Kohlenmonoxid-Drama im Zirkus

Mutterinstinkt rettet Mädchen das Leben

Diesen Einsatz wird Rettungssanitäterin Christiane Lampl so schnell nicht vergessen. Vier Kinder und eine Frau einer Zirkusfamilie hatten am Samstagabend vor einer Woche eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten. Dass ein sechsjähriges Mädchen das Drama überlebte, ist nur einem glücklichen Zufall zu verdanken.

Germering – Christiane Lampl und ihr Kollege Gisbert Landgraf kommen mit ihrem Krankenwagen gerade zur Rettungswache an der Augsburger Straße zurück. An Kaffeepause oder Brotzeit ist aber nicht zu denken –diesmal ist der Einsatz zu ihnen gekommen. Mehrere Menschen warten bereits vor der Rettungswache – allesamt Mitglieder einer Zirkusfamilie, die gerade auf einer Wiese hinter der Wache ihr Lager aufgeschlagen hat. „Alle drei haben ganz hektisch gewunken“, erinnert sich Lampl. Eine Frau hält ihre kleine Tochter auf dem Arm, eingewickelt in Handtücher. Die Kleine, drei Jahre alt, rührt sich nicht – keine Lebenszeichen. Lampl und Landgraf handeln sofort, legen das Mädchen auf die Trage im Rettungswagen, wickeln es in eine Decke ein und versorgen das Kind mit Sauerstoff. Mit Erfolg – langsam kommt die Kleine wieder zu sich.

Im Wagen ist es warm, die Sanitäter schwitzen in ihrer Dienstkleidung. Trotzdem bittet Lampl die Mutter, Kleidung für das Mädchen zu holen. Die 26-Jährige eilt zurück zu dem Wohnwagen – und macht eine schreckliche Entdeckung: Im Duschwagen liegt ihre zweite Tochter (6) auf dem Boden – ebenfalls bewusstlos. Auch sie bekommt sofort Sauerstoff und kommt zum Glück langsam wieder zu sich. Lampl ist jetzt klar: Irgendwo müssen Gase austreten, anders lassen sich die Symptome der Kinder nicht erklären. Die Sanitäterin lässt einen Großeinsatz auslösen.

Der Unfall ging für alle Beteiligten glücklicherweise glimpflich aus. Doch noch Tage später fragt sich Lampl, wie es ausgegangen wäre, hätte sie die Mutter nicht noch einmal losgeschickt. Wie lange lag das Mädchen schon dort? Wie hoch war die Kohlenmonoxid-Konzentration in dem Raum? Und wäre die Kleine in der Hektik rechtzeitig gefunden worden? „Manchmal hat man vielleicht im Leben eine Schutzengelfunktion, ohne dass es einem bewusst ist. Ich glaube da nicht nur an einen Zufall“, sagt Lampl, die selbst Mutter einer erwachsenen Tochter ist. „Es sollte nicht sein, dass die Mama ein Kind verliert, es war halt so eine Eingebung“, versucht sie zu begründen. Lampl sieht eine zeitlang nach oben und denkt nach. Dann wagt sie doch einen Erklärungsversuch. „Vielleicht war es der Mutterinstinkt, ein Mann wäre wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen“, sagt die 48-Jährige und lacht.

Obwohl Lampl, die zugleich Arzthelferin ist, schon seit vielen Jahren als Rettungsassistentin beim BRK-Kreisverband Fürstenfeldbruck in der Notfallrettung arbeitet und so einige Tragödien erlebt hat, dürfte sich ihr der 25. November 2017 ins Gehirn gebrannt haben – und zwar in den Bereich, der für positive Emotionen zuständig ist. (Momir Takac)

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