Causa Kreidl: Staatsanwaltschaft will Anklage erheben

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Wildkamera liefert Fotos

Wer ist der mysteriöse Armbrust-Mann?

In voller Montur und mit der Armbrust im Anschlag: Der Armbrust-Mann inspiziert die Umgebung.

Enzelhausen - In Tarnfarben und mit der Armbrust im Anschlag: Eine bizarre Gestalt trieb sich bei Enzelhausen in einem Jagdgebiet nahe Bergham herum. Ein Wilderer wird vermutet - Beweise gibt es aber keine. Nur die Fotos einer Wildkamera.

Der Unbekannte inspiziert ein Schlammloch, eine sogenannte Wildschweinsuhle, in der Nähe von Bergham. Die Gestalt ist mit einem Tarnanzug, Sturmhaube und einer Armbrust bekleidet und schaut sich um. Eine Wildkamera, an einem Baum installiert vom zuständigen Jagdpächter (Name der Redaktion bekannt), dokumentiert diese fast unwirkliche Szene. Dann bemerkt der Armbrust-Mann offensichtlich die Kamera und versucht, sie abzumontieren. Lange kann er aber nicht daran herumhantieren. Ein Jäger kommt zufällig vorbei und stört den Unbekannten, der schnell das Weite sucht. Die Kamera liegt am Boden, als der Jäger eintrifft.

Die Moosburger Polizei geht davon aus, dass es sich um einen Wilderer handelt. Offensichtlich wollte der Unbekannte die Kamera stehlen, musste sich dann aber doch aus dem Staub machen. Mit einem Kleinwagen sei er geflüchtet, das zeigen die Spuren, die die PI Moosburg vor Ort sichern konnte.

Eine Anzeige ging bei den Beamten bereits ein, denn: „Der Tatbestand der Wilderei ist schon erfüllt, wenn jemand den Tieren nur nachstellt“, erklärt Polizeihauptkommissar Gerhard Steibl. Man könne außerdem annehmen, dass dem Mann die Stelle im Wald bereits bekannt war. Dort fänden oftmals Wildwechsel statt.

Die ausgewerteten Bilder stammen vom 27. Februar, dem Tag des Zwischenfalls. Seitdem wurde der Armbrust-Mann nicht mehr gesehen. Der Pächter des Jagdreviers ist sich sicher, dass „der Bursche etwas vorgehabt hat“, erklärte er am Telefon. Anders könne man sich nicht erklären, dass er die Kamera habe mitnehmen wollen.

In der Tat sei es allerdings Glück gewesen, dass man von der Existenz des Unbekannten überhaupt erfahren habe. Die Kamera speichere die Bilder im Gegensatz zu anderen Modellen auf einer Speicherkarte und schicke sie nicht direkt an einen Computer. Wäre die Kamera weg, wären es die Bilder also auch - und damit die einzigen Beweise.

Auch in der Nähe von Mauern gab es kürzlich laut Steibl einen Fall, wo eine verkleidete Gestalt im Wald unterwegs war. Da stellte sich allerdings heraus, dass die keinesfalls Schlimmes im Sinn hatte - sondern nur mittelalterliche Kampfübungen in voller Montur ausführte. (ahi)

Gut zu wissen

Sachdienliche Hinweise zum Fall „Armbrust-Mann“ nimmt die Polizeiinspektion Moosburg unter Tel. (0 87 61) 3 01 80 entgegen.

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