Anlieger hören Schüsse

Mysteriöse Vorgänge im Schwabener Moos

+
Was ist los rund um die Semptquelle? Anwohner wollen Schüsse gehört haben.

Markt Schwaben - Was da genau nächtens im Schwabener Moos passiert sein mag, ist noch völlig unklar. Im Markt Schwabener Südosten aber wollen Anlieger unlängst gehört haben, wie Schüsse im Moos abgefeuert wurden.

Dabei soll es sich nicht nur um einzelne Schüsse handeln, sondern um ganze Salven, so die Vermutung einiger Anlieger, die ihre Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, - und, um es halbwegs lokalisieren zu können, aus einer gedachten Verlängerung der Graf-Sempt-Straße in Richtung Walkhäusl und Forstinning. Das alles soll sich zwischen 0 und 1 Uhr und bereits mehrfach ereignet haben.

Im Rathaus Markt Schwaben weiß man davon nichts. Lediglich 2. Bürgermeister Albert Hones, in diesen Tagen noch Stellvertreter des urlaubenden Rathauschefs, kann von einem ähnlichen Erlebnis berichten wie einige Anlieger aus der Siedlung. Er erzählt von einem schussartigen Geräusch, das ihm vor gut 14 Tagen einmal aufgefallen sei; jedoch weit vor Mitternacht.

Auch im Rathaus Forstinning (besagte Wahrnehmungen müssten wohl aus dem Bereich der Nachbargemeinde gekommen sein) weiß man nichts von unerlaubten Schießereien. „Ich höre das erste Mal davon“, sagt Neubürgermeister Rupert Ostermair. Es sei niemand im Rathaus gewesen, um sich etwa über einen solchen Vorgang zu beschweren.

Der Polizei Poing liegt ebenfalls nichts vor. Aus der Finsinger Gegend habe es unlängst mal Beschwerden gegeben, aber nicht aus dem Schwabener Moos, so Dienststellenleiter Helmut Hintereder auf Nachfrage der Heimatzeitung. Sollte dort draußen wirklich geschossen werden, müssten das nach seinen Einschätzungen zahlreiche Anwohner akustisch mitbekommen haben.

Ob ein anderer polizeilicher Vorgang der letzten Wochen mit den vermeintlichen Wahrnehmungen einiger Schwabener Bürger im Zusammenhang steht, ist zumindest zweifelhaft. Dem Poinger Angelverein Schnürwascher, der an der Quelle der Sempt, dem sogenannten Michaeliweiher, sein Domizil hat, war vor einigen Wochen gewaltsam ein mit zwei Schlössern gesicherter Bauwagen aufgebrochen worden. „Der Schaden belief sich auf ein paar Euro“, sagt Vorstand Hans Fellermaier. 155, um genau zu sein. Das im Wagen gelagerte Werkzeug habe niemanden interessiert.

Die Polizei wurde indes trotzdem verständigt. Und Fellermaier bestätigt, dass Beamte seither immer wieder mal nachschauen.

Aufgrund einer Kameraüberwachung sind den Poinger Fischern nun jedoch zwei junge, aber ihnen unbekannte Männer aufgefallen, die sich zumindest einmal zu später Stunde dem Bauwagen näherten. Ob die Böses im Schilde führten oder rein zufällig in den Bereich des Weihers und die Nähe des Vereinsbauwagens kamen, ist völlig unklar. Geschätzt seien die Gestalten, die auf einem Video zu sehen sind, um die 30 Jahre alt. Die Polizei werde sich das Video aber mal ansehen, heißt es. Fellermaier: „Die Semptquellen sind sehr beliebt bei Spaziergängern, viele kommen aus München mit ihren Hunden in die Gegend“. Oft seien es immer die gleichen Leute. Der Weiher, berichtet der Poinger, sei fast jeden Tag von Mitgliedern besetzt. Aber nach Mitternacht sei in der Regel auch niemand mehr dort draußen. Schüsse, wie man sie in Markt Schwaben gehört haben will, können die Angler ebenfalls nicht bestätigen. Jörg Domke

auch interessant

Meistgelesen

Frau von Lkw gerammt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Frau von Lkw gerammt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Dutzende Pendler sauer: Zugführer fährt ohne Fahrgäste los
Dutzende Pendler sauer: Zugführer fährt ohne Fahrgäste los
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Ein Streich der Extraklasse: Sie bauten das Schneeauto - Video
Ein Streich der Extraklasse: Sie bauten das Schneeauto - Video

Kommentare