„Erst war ich in Schockstarre“

Nach Diebstahlversuch: Jetzt spricht Söders Maibaum-Retter über die „Tatnacht“

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Der Baum bleibt da! Georg Gruber hat den Diebstahl von Markus Söders Maibaum für Brüssel verhindert.

Sie kamen in der Nacht und hatten nur eines im Sinn: Den Maibaum von Ministerpräsidenten Söder klauen. Jetzt schildert der Maibaum-Retter, wie er den Diebstahl der Burschen verhindern konnte.

Grafing – Um ein Haar ist der Grafinger CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Huber einer Blamage entronnen: Fast hätten zwölf wackere Burschen aus Grafing und Ebersberg den von ihm gestifteten Maibaum geklaut. Der wird am 2. Mai in Brüssel aufgestellt. Dabei ist dann das bayerische Kabinett samt Ministerpräsident Markus Söder. Den knapp gescheiterten Dieben haben Huber und Söder eine deftige Brotzeit als Belohnung versprochen. Gerettet hat den Söder-Baum der wachsame Zimmerer Georg Gruber (26), in dessen Halle im nördlichen Kreis Rosenheim der Baum bis zum Transport nach Belgien lagert. Im Interview erzählt der Maibaum-Retter, wie knapp es bei dem Diebstahlversuch zuging.

Herr Gruber, wie schläft es sich mit Markus Söders Maibaum auf dem Hof?

Georg Gruber: Die letzten Nächte waren eher unruhig (lacht). Wir haben ja gewusst, dass jemand scharf auf den Baum sein könnte. Dass es so knapp wird, habe ich nicht kommen sehen.

Sie haben die Diebe in der Nacht zum Dienstag gerade noch erwischt. Was hat sie verraten?

Georg Gruber: Ich hatte mein Schlafzimmerfenster offen und dachte, ich höre jeden, der auf den Hof kommt. Das war aber nicht so, weil es so stark geregnet hat. Deswegen hatten die Burschen den Baum schon aus dem Versteck hinter der Halle geholt, bevor ich was gemerkt habe. Verraten hat sie am Ende das Knacken des Hallenbodens und ich habe sie leise reden gehört.

Wie haben Sie reagiert?

Georg Gruber: Erst war ich in Schockstarre, weil ich dachte, dass niemand den Baum aus der Ecke rauskriegt, ich hatte ihn extra noch mit einem Lkw zugeparkt. Dann bin ich barfuß rausgerannt und hinterher. Hinter einer Hecke versteckt habe ich sie dann gefunden. Bis zur Ortsgrenze hätten sie nur noch ein paar Meter gehabt.

Was war Ihr erster Gedanke?

Georg Gruber: Große Erleichterung. Ich musste auch über die Situation lachen und habe sie herzlich begrüßt. Fast wollte ich sie ziehen lassen, weil ich nie damit gerechnet hätte, dass sie so weit kommen.

Ist alles fair abgelaufen?

Georg Gruber: Picobello. Die Burschen haben sich absolut korrekt verhalten, wie es der Brauch ist. Und sie haben mir geholfen, den Baum zurück und in die Halle zu bringen, wo ich ihn mit einem Stapler verbarrikadiert habe. Da geht nix mehr.

Ist der Baum intakt?

Georg Gruber: Ein paar kleine Schrammen hat er, aber nichts, was man mit ein paar Pinselstrichen nicht erledigen könnte.

Was erwartet die gescheiterten Diebe?

Georg Gruber: Thomas Huber ist schwer erleichtert, dass der Baum noch da und gut in Schuss ist. Die Burschen kriegen für den Versuch und ihr einwandfreies Verhalten eine gescheite Brotzeit als Auslöse. Auch wenn es nicht ganz gereicht hat.

Wird Ihnen Ihre Wachsamkeit gedankt?

Georg Gruber: Ich darf ja eh nach Brüssel zum Aufstellen mitfahren. Aber ja, der Thomas Huber ist sehr, sehr dankbar. Er hat heute schon ein paar Mal angerufen.

Werden Sie die Nächte bis zum Abtransport gut schlafen?

Georg Gruber: Ich bin jetzt extrem auf der Lauer, das hat mich angespornt. Die Wache besteht weiter und wir werden es jedem, der es probieren will, so schwer wie möglich machen.

Interview: Josef Ametsbichler

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