Abstimmung läuft im Internet

Nach dramatischer Pferderettung: Pöringer für Preis nominiert

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Im speziellen Bergenetz für Pferde hängend wurde das Tier aus dem Wasser gerettet. Für den spektakulären Einsatz könnte die Pöringer Feuerwehr einen besonderen Preis erhalten. 

Für eine Pferderettung  am Isarkanal ist die Pöringer Feuerwehr für einen speziellen Preis nominiert, der über die Deutsche Reiterliche Vereinigung vergeben wird.

Pöring – Es sind dramatische Einsätze, wenn Pferde oder Kühe in ein Gewässer stürzen und sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien können. Um helfen zu können, braucht man besondere Ausrüstung und entsprechend ausgebildetes Personal. Beides hat die Feuerwehr Pöring (Gemeinde Zorneding) zu bieten. Die Floriansjünger haben auch in der Praxis bewiesen, was sie leisten können.

Für eine Pferderettung in diesem Jahr am mittleren Isarkanal sind sie nun für einen speziellen Preis nominiert, der über die Deutsche Reiterliche Vereinigung vergeben wird. Die Abstimmung im Internet läuft noch bis 31. Oktober.

Der Einsatz war dramatisch

Rückblick: Mitte August war eine 17-jährige Reiterin aus München mit ihrem Wallach am Kanal unterwegs. Das Pferd rutschte am Abhang aus und fiel samt Reiterin ins Wasser. Zwei weitere Reiter, die den Vorfall beobachtet hatten, alarmierten die Polizei und zogen das Mädchen ans Ufer. Derweil trieb das Pferd mit der starken Strömung ab. Am Wasserkraftwerk Aufkirchen (Landkreis Erding) war an einem Gitter, das Treibgut auffängt, Schluss. Der Wallach strampelte im sechs Meter tiefen Wasser, zweieinhalb Stunden lang. Neben der Feuerwehr Aufkirchen waren die Feuerwehr Erding und die Wasserwacht im Einsatz.

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Der Plan: Schotten dicht machen und das Wasser ablassen. Dann sollte das Pferd mit einem Kran herausgehoben werden. Ein Tierarzt spritzte dem Wallach ein Beruhigungsmittel. Zunächst wollten die Retter das Tier mit einer Schlinge nach oben bringen. Doch das funktionierte nicht. Dann brachte die extra hinzugezogene Pöringer Wehr ein ganz besonderes Netz zum Einsatz. Die Einsatzkräfte aus dem Nachbarlandkreis sind laut deren Kommandant Christian Göbel in der Region die Einzigen mit dieser Ausstattung, Wie man damit umgeht, haben die Pöringer bei einem Speziallehrgang in der Schweiz gelernt. Das war 2015. Geübt wurde zunächst mit einer großen Kuh-Attrappe, dann mit echten Pferden. „Es ist eine spezielle Technik, die man trainieren muss, um das Pferd nicht zu gefährden“, so der Pöringer Kommandant Christian Göbel. „Es geht aber auch um die Sicherheit der Mannschaft.“ Richtig angewandt sei das Verfahren schonend für das Tier. Notwendig ist aber auch, dass Tierärzte eingebunden sind. „Die haben wir in der Pöringer Wehr.“ Das Tier müsse beruhigt werden, dürfe aber nicht einschlafen. Beim Einsatz am Kanal sei alles ganz eng gewesen, erzählt Göbel. Als das Tier mir dem Netz herausgehoben worden war, musste man es wieder absetzen. „Wenn dann das Pferd zu müde ist, kann es ausrutschen und zurück fallen“, erklärt Göbel.

Die Pöringer haben an ihrem Fahrzeug einen Kran auch für derartige Einsätze. Es kann jedoch sein, dass man mit Fahrzeugen nicht an die Einsatzstelle kommt. Dann gibt es noch spezielle „Schleifbretter“, auf die man laut Göbel das Pferd legen kann. Dann kann es beispielsweise zu einem Transporter gebracht, um in die Tierklinik gefahren zu werden. Bei der Rettung am Kanal zeigt sich, dass sich das Üben gelohnt hat. Der Einsatz war erfolgreich.

Die Reiterliche Vereinigung, speziell deren persönliche Mitglieder, zeichnen Menschen aus, die Außergewöhnliches für das Pferd oder den Pferdesport geleistet haben. Es gibt drei Kategorien: Die Kategorie „Retter in Not“ ist für Menschen bestimmt, die Pferde aus brenzligen oder sogar lebensbedrohenden Situation gerettet haben. Pferdeliebhaber, die sich durch Ehrenamt im Reitsport oder auf andere Weise vielfältig für Pferd und Mensch einsetzen, werden in der Kategorie „Verdienstvoller Förderer“ repräsentiert. Bei „Gemeinsam engagiert“ sind Gruppen, Institutionen oder Vereine angesprochen, die mit Ideen, Mut und viel Idealismus Gutes für das Pferd oder den Pferdesport bewirkt haben. Die Feuerwehr Pöring ist gemeinsam mit den Wehren Aufkirchen und Erding sowie der Wasserwacht Erding für „Retter in Not“ nominiert. Abgestimmt werden kann im Internet. Sein Votum kann dort jeder abgeben.

Kontakt und weitere Informationen hier.

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