Nach dem Entscheid: Grenzenloser Jubel in Freising

Freising - Bei den Politikern und Startbahn-Aktivisten im Landkreis herrschte am Sonntagabend zunächst ungläubiges Staunen – und dann grenzenloser Jubel.

Tobias Eschenbacher

Tobias Eschenbacher (OB Freising, FSM): Ich bin einfach nur noch glücklich! Das ist einfach der Wahnsinn. Das war ein riesiger Solidaritätsbeweis der Münchner Bürger. Sie haben Ja gesagt zur Heimat – und zwar nicht nur zu ihrer. Das ist jetzt die Chance, eine neue Brücke der Nachbarschaft zu bauen. Wir werden hier in Freising, wie versprochen, eine große Party für die Bürger aus München geben. Jetzt muss sich natürlich zeigen, ob dieses Nein auch nachhaltig ist. Fragen bleiben natürlich noch: Was passiert mit dem Bauantrag? Wird der zurückgezogen? Ist die Klage damit erledigt? Aber ich gehe davon aus, dass alle fair bleiben und die Startbahn gestorben ist.

Michael Schwaiger (Landrat, FW): Irgendwie kann ich das noch nicht glauben – das ist einfach phänomenal. Die hohe Wahlbeteiligung brachte wohl für uns den Erfolg: Es sind vor allem die zum Wählen gegangen, die unsere Sorgen gesehen haben. Es ist nicht gelungen, die Befürworter zu motivieren. Die haben wohl gedacht, die Sache sei schon in trockenen Tüchern. Ich sage den Münchnern Danke – und allen Mit-streitern, die eine riesige Arbeit geleistet haben.

Florian Herrmann (MdL, CSU): Das ist ein sehr, sehr guter Tag für Freising und die Region. Die dritte Startbahn hing wie ein Damoklesschwert über unserem Landkreis. Jetzt ist das wohl erledigt. Wenn die Landeshauptstadt mit Nein stimmt, dann muss sich Ude dran halten – und damit ist das Projekt gestorben. Ich danke allen Münchnern, die auch an uns hier in Freising gedacht haben. Damit ist auch die Sache mit der Brücke in Oberföhring verziehen.

Rainer Pilz (FLAK, Kranzberg): Ich war ja einige Male an Ständen und habe gemerkt: Die große Mehrheit der Münchner ist gegen das Projekt – auch aus Solidarität uns gegenüber. Ich ziehe den Hut vor dem unglaublichen Engagement der jungen Leute im Bündnis gegen die dritte Startbahn. In München wächst offenbar nach der Bussi-Generation wieder eine solidarische Generation nach. Ich bleibe aber noch skeptisch. Wenn ich Konsorten wie Zeil oder Seehofer so reden höre, weiß ich, dass die Sache noch lange nicht ausgestanden ist. Am Montag kommen in der Staatskanzlei garantiert Heerscharen von Juristen zusammen und prüfen, wie man diesen Bürgerentscheid aushebeln kann.

Manfred Pointner (MdL, FW): Das ist ein gigantischer Erfolg – ich hätte gedacht, das würde wegen der ganzen Werbung für die dritte Startbahn sehr viel knapper ausgehen. Dieses Ergebnis ist ein starkes Zeichen gegen die dritte Startbahn – das sollten sich die Politiker von CSU, SPD und FDP ganz genau ansehen und ihre Konsequenzen daraus ziehen. Dieses Ergebnis zeigt allerdings auch, dass die Münchner vernünftig sind und ihre Nachbarn im Umland nicht im Stich lassen. Und dieses Ergebnis beweist nicht zuletzt, dass die guten Argumente der Startbahn-Gegner nicht einfach durch Geld und Personeneinsatz bei der Werbung außer Kraft gesetzt werden konnten.“

Klaus Stallmeister (Bürgermeister, Hallbergmoos): Das ist ein erfreuliches Ergebnis, das auf alle Fälle beweist, dass die Argumente der Gegner gehört wurden. Die Wahlbeteiligung war zwar für einen Bürgerentscheid relativ hoch, zeigt jedoch auch, dass zwei Drittel der Bürger mit dem Thema nichts anfangen konnten. Eine ironische Anmerkung hätte ich noch: Ministerpräsident Horst Seehofer hat am 26. Oktober vergangenen Jahres im Beisein einiger Minister, der beiden Landräte von Freising und Erding sowie der Landtagsabgeordneten Magerl, Pointner und Herrmann auf mehrfache Nachfrage betont, dass ohne eine Lösung der Infrastrukturprobleme auch keine dritte Start- und Landebahn gebaut werden wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Ministerpräsident nicht sein Wort hält.

Dieter Thalhammer (Freisinger Alt-Oberbürgermeister): Toll, mit so einem Ergebnis hätte ich niemals gerechnet. Vor allem, weil das ein Wahlkampf David gegen Goliath war: Was die Befürworter für Mittel für ihre Versammlungen und Plakataktionen zur Verfügung hatten! Ich kann unserer Bürgerinitiative nur ein Kompliment dafür aussprechen, dass sie es geschafft hat, bei dem einen oder anderen Verständnis für unsere Situation zu wecken.“

Franz Spitzenberger (BI Attaching): Das hätte ich nie geglaubt. Ich bin einfach nur euphorisch, euphorisch. Das ist eine große Freude. Ich bin überwältigt. Auch wenn man sagen muss, dass wir eine ganz wichtige Schlacht gewonnen haben, der ganz große Sieg aber noch aussteht. Aber das gibt eine Party, die hat Attaching noch nie gesehen.

Maximilian Wallner (BI Fahrenzhausen): Danke nach München. Danke an Aufgemuckt. Danke an die BI Fahrenzhausen. Der Aufwand von Mpnaten hat sich gelohnt.

Hier finden Sie das Ergebnis

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