Gemeinde hofft auf Helfer

Vierköpfige Familie und zwei Frauen nach Feuer-Inferno von Eching jetzt obdachlos

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Nach dem Echinger Feuerinferno herrscht in der Gemeinde große Betroffenheit. Die Tennishalle des Sportclubs ist bis auf die Grundfesten abgebrannt – und mehrere Wohnungen wurden zerstört.

Eching – Tennislehrer Thomas Schauer war am späten Sonntagnachmittag gerade unterwegs zum Mannschaftsspiel auf den Echinger Außenplätzen nebenan, als er die Hiobsbotschaft hörte: In der Halle brennt es! Schauer rannte auf dem kurzen Fußweg zurück – und erstarrte: Schon loderten die Flammen empor. Die drei Hallenplätze, seine Tennisschule Arrowhead – vom Feuer zerstört. „Equipment, der PC, Unterlagen, Ordner, alles ist zusammengeschmolzen“, berichtete gestern ein hörbar angeschlagener Thomas Schauer.

Video: So sah es vor Ort aus

Zunächst hatte er noch Hoffnung: „Da war so viel Feuerwehr, natürlich hofft man, dass es den Bürotrakt nicht trifft.“ Doch das Feuer griff rasch über und zerstörte unaufhaltsam fast alles, was sich ihm in den Weg stellte. Jetzt ist Schauer dabei, zu retten, was zu retten ist. Dafür stellt ihm sein Schwiegervater, Toni Ivasko, Wirt des Tennisheims, den Nebenraum der Gaststätte zur Verfügung. Problematisch wird’s aber mit den Bezirksmeisterschaften in der kommenden Woche, bei der Schauer die Turnierleitung innehat. Denn: Die gesamte Logistik rund um das Turnier war im Büro auf dem PC und in Ordnern gesichert.

Neben der Tennishalle wurden auch noch drei Wohnungen durch den Brand zerstört. Eine vierköpfige Familie und zwei alleinstehende Frauen wurden von der Gemeinde in einem Hotel untergebracht. Dafür gibt es ein großes Lob von Tennis-Abteilungsleiter Klaus Weweck: „Da hat man sich wirklich schnell und unbürokratisch um die Mieter gekümmert.“ Konkret haben sich hier die Assistentin des Bürgermeisters, Miriam Gastl, und dritter Bürgermeister Thomas Kellerbauer hervorgetan, die sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt hatten, um die Familie und die zwei Frauen unterzubringen. Wo sie danach hin sollen – das weiß allerdings noch niemand. Zumindest wurden sie gestern von der Kleiderkammer neu eingekleidet, berichtete zweiter Bürgermeister Otmar Dallinger.

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Etwas weiter ist da Klaus Weweck, der sich schon ein Bild der Schäden gemacht hat: „Die Sozialräume wie Umkleiden, Duschen und Toiletten sind stark in Mitleidenschaft gezogen worden.“ Der Sportbetrieb sei deshalb nur eingeschränkt möglich. Auch das Vereinsheim, das nur geringfügig durch Löschwasser beschädigt wurde, sei „mit Einschränkungen nutzbar“. Gestern Abend wurde zudem bereits eine Krisensitzung einberufen, erzählte Weweck. Man will vor allem dafür sorgen, etwas Infrastruktur wiederherzustellen. Das heißt im Klartext, eventuell Container für Duschen und Toiletten aufzustellen, um einen ordentlichen Betrieb zu gewährleisten.

Video: Hier sieht man, wie hoch die Rauchsäule reichte

Stefan Maidl, der Echinger Feuerwehr-Kommandant, hat so einen Brand in der Gemeinde schon lange nicht mehr gesehen. 17 Jahre sei es her (damals war es der BMW-Brand), dass er sich mit seinen Floriansjüngern einem lodernden Inferno dieser Größe entgegenstellen musste. Das Feuer brach seinen Aussagen zufolge in der Mitte der Halle an der Decke aus. „Gemeldet war ursprünglich ein Kleinbrand.“ Dass es aber mehr werden würde, war schon kurz nach dem Eintreffen klar.

Die Kripo hat die Schadenshöhe mittlerweile auf rund 2,5 Millionen Euro beziffert. Die Brandfahnder haben gestern noch keine Ursache feststellen können – der Zerstörungsgrad ließ noch keine konkreten Aussagen zu. Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf die Beleuchtung und die Heizung.

Gut zu wissen

Wohnraum gesucht: Die Familie und die beiden Damen sind auf der Suche nach Wohnungen. Wer etwas weiß, meldet sich bei der Gemeinde Eching, Tel. (0 89) 3 19 00 00.

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