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Wer sind die Retter? 

Flugzeug-Absturz mit TV-Star: So überlebten wir die Notlandung

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Robert Sellmeier will sich bei seinen Lebensrettern – zwei Bauern – persönlich bedanken.

Robert Sellmeier wurde bei einem Flugzeug-Absturz mit Schauspieler Steffen Wink bei Sauerlach schwer verletzt. Nun sucht er zwei Landwirte: seine Lebensretter.

Update vom 23.10. 2017: Die Retter haben sich mittlerweile gemeldet

München – Es sollte für Robert Sellmeier die Erfüllung eines lange gehegten Traums werden. „Doch statt eines der schönsten Tage in meinem Leben wurde daraus ein Albtraum“, sagt der 54-Jährige. Seit vielen Jahren lässt der Schreinermeister aus Zolling im Landkreis Freising schon Modellflugzeuge in die Luft steigen. „Ich wollte aber immer schon einmal selbst mit einem Leichtbauflugzeug im Cockpit mitfliegen.“ Seine Kinder hätten ihm einen Gutschein für einen Flug bei der Veranstaltungsagentur Jochen Schweizer geschenkt.

Der Pilot sollte niemand anderes sein als der Schauspieler Steffen Wink, den viele TV-Zuschauer etwa aus den „Rosenheim Cops“ oder Til Schweigers „Barfuss“ kennen. „Steffen fliegt mit Ihnen die schönsten Plätze des Chiemgau und die Berggipfel der Voralpen an und zeigt Ihnen nebenbei, wie man so ein Ultraleichtflugzeug steuert“, wirbt Schweizer im Netz.

„Es kam aus dem Nichts“

„Und es begann auch perfekt“, erinnert sich Sellmeier an den vergangenen Montag. Es schien die Sonne und war weitgehend wolkenlos, als der 50-jährige Wink mit Sellmeier an Bord von einer Landebahn in Sauerlach (Kreis München) startete. Doch bereits nach kurzer Zeit trat in der zehn Jahre alten Maschine ein technischer Effekt auf, der TV-Mann und Sellmeier wurden bei der anschließenden Notlandung auf einem Feld schwer verletzt.

Riesenglück hatten Robert Sellmeier und TV-Mann Steffen Wink bei dem Flugzeugcrash.

„Es kam aus dem Nichts. Ich genoss gerade den schönen Ausblick, als plötzlich der Motor zu stottern anfing“, erinnert sich Sellmeier. Aus gut 50 Metern Höhe sei die Maschine plötzlich im Sturzflug abgeschmiert. „Ich dachte: Jetzt ist es aus.“ Es sei alles innerhalb weniger Sekunden geschehen. „Anders als in Filmen zieht dann nicht das Leben an einem vorüber. Man hat nur Todesangst.“ Doch dann habe Schauspieler und Hobby-Pilot Wink das Steuer gerade noch rechtzeitig herumgerissen und eine Notlandung auf einem Feld hingelegt. „Seine richtige Reaktion hat uns das erste Mal das Leben gerettet“, sagt der Zollinger.

Doch noch waren sie nicht außer Gefahr. „Der Motor rauchte und wir waren vorne im Cockpit eingeklemmt,“, berichtet Sellmeier. Steffen Wink sei bewusstlos gewesen. Flugbenzin sei aus dem Wrack ausgelaufen. „Eine Stange des Fahrwerks hat sich in mein Bein gebohrt.“

Er habe sich nicht selbst befreien können: „Die Tür klemmte. Ich dachte: Jetzt überlebe ich den Crash und dann verbrenne ich.“ Doch Sellmeier und Wink hatten großes Glück. Zwei Bauern beobachteten den Unfall und kamen sofort herbei geeilt. „Irgendwie gelang es ihnen, uns beide heraus zu holen.“

Sellmeier will sich bedanken - „Doch ich weiß nicht, wie sie heißen“

Für Sellmeier ist klar: „Ich verdanke den beiden mein Leben. Das sind echte Helden.“ Aus seiner Zeit bei der Freiwilligen Feuerwehr wisse er: „Wenn es gefährlich wird, helfen viele Leute einfach nicht.“ Zudem gebe es bei „derlei kleinen Fliegern keine Überwachung wie bei großen Maschinen“. Für ihn ist klar: „Wer weiß, ob uns jemand rechtzeitig gefunden hätte – mein Handy war aus dem Flieger geschleudert worden.“ Der Handwerker würde sich nun gerne bei seinen Ersthelfern bedanken. „Doch ich weiß nicht, wie sie heißen.“

Sellmeier geht es nach einer Operation bereits besser. Sechs Wochen werde er aber nicht arbeiten können. Für ihn ist dies jedoch ein Problem, da er nun seine Kunden nicht bedienen könne. Zudem könne er seinen Internet-Shop nun nur eingeschränkt betreiben. Er habe Angst, „auf dem Schaden sitzen zu bleiben“. Aber natürlich sei er „einfach dankbar, dass wir überlebt haben“.

Auch mit TV-Star Wink habe er nach dem Crash Kontakt gehabt. „Zum Glück hat er offenbar doch keinen Wirbelbruch. Eine OP hat er relativ gut überstanden.“ Er sei Wink ebenso wie Feuerwehr und den Notärzten noch immer dankbar.

Wink war ebenso wie die Firma Jochen Schweizer am Sonntag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Flugzeug muss in Sauerlach notlanden: Bilder

Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz.
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz. © Thomas Gaulke
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz.
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz. © Thomas Gaulke
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz.
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz. © Thomas Gaulke
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz.
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz. © Thomas Gaulke
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz.
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz. © Thomas Gaulke
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz.
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz. © Thomas Gaulke
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz.
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz. © Thomas Gaulke
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz.
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz. © Thomas Gaulke
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz.
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz. © Thomas Gaulke
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz.
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz. © Thomas Gaulke
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz.
Ultraleichtflugzeug in Sauerlach notgelandet: Bilder vom Einsatz. © Thomas Gaulke

Von Tobias Lill

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