Nach dem Horror-Unfall: So trauern die Freunde der Opfer

Fürstenfeldbruck – Die Trauer um die beiden jungen Männer, die bei dem Autounfall am vergangenen Freitag ums Leben gekommen sind, ist ungebrochen.

Am Montag verabschiedeten sich bei einer Gedenkfeier in der Brucker Moschee Familie, Freunde und Bekannte von Bünyamin K. und Hüseyin J.. Die sterblichen Überreste der beiden 18-Jährigen werden in die Türkei überführt und dort beigesetzt.

Auch an dem Ahornbaum an der Schöngeisinger Straße, gegen den der 3er BMW geschleudert ist, werden weiter Blumen und Kerzen niedergelegt. Inzwischen hängt ein Foto von Bünjamin und Hüseyin an dem Stamm. „Es ist so schwer, zwei geliebte Menschen zu verlieren. In Gedanken sind wir bei euch.“ Diese Sätze stehen schwarz darauf geschrieben. Trotz Wind und Regen pilgerten am Montag weiter ganze Gruppen zum Gedenkbaum. Viele der jungen Leute kennen Hüseyin von der Schule.

Der 18-Jährige hat heuer in der Mittelschule West seinen Abschluss gemacht. Die Nachricht, dass er am Sonntagnachmittag seinen schweren Kopfverletzungen erlegen ist, verbreitete sich dort am Montag wie ein Lauffeuer und löste große Trauer aus.

Hüseyin war nicht irgendein Schüler. Mit seiner freundlichen, offenen Art war er bei den Mitschülern sehr beliebt und bei den Lehrern geschätzt. Der 18-Jährige war gut im Sport und zielstrebig. Deshalb ging er nach dem Quali weiter auf die Wirtschaftsschule in München-Pasing, um dort bis zur mittlerren Reife weiterzulernen. „Hüseyin war eine Art Vorbild, vor allem für die jüngeren Schüler“, sagt sein ehemaliger Klassenlehrer.

Rektor Anton Hirsch ist ebenfalls tief betroffen. Auch ihn hat seine Trauer schon zu dem Gedenk-Baum an der Schöngeisinger Straße getrieben. „Ich habe einen Sohn im gleichen Alter und bin total schockiert, wenn man sich das vorstellt.“

Am Montag haben die Lehrer mit den Klassen über den Unfall und den viel zu frühen Tod ihres Kameraden gesprochen. Ein Kriseninterventionsteam der Malteser ist in der Schule und hilft Schülern wie Lehrer, das schreckliche Geschehen zu verarbeiten. Am Dienstag öffnet ein Trauerraum. Auf einem Tisch stehen Blumengesteck, Kerze und ein Foto von Hüseyin. Ein Kondolenzbuch liegt aus. Auf kleinen Zetteln können die Mitschüler ihre Gedanken niederlegen. „Wir wollen das dann Hüseyins Eltern übergeben“, erklärt Rektor Anton Hirsch. „Seine Familie und seine Freunde sollen sehen, dass die Schulfamilie der Mittelschule West mit ihnen fühlt.“

Bei dem Unfall kam neben dem Wirtschaftsschüler auch noch der gleichaltrige Fahrer des Wagens ums Leben. Der Bäckerlehrling Bünyamin K. hatte erst seit kurzem einen Führerschein. Nach dem Länderspiel Deutschland-Türkei, das die Gruppe im Jugendzentrum und im Vereinsheim des TSV West angeschaut hatte, fuhren die jungen Männer mit drei Autos Richtung Zentrum.

Kurz nach der Kreuzung Schöngeisinger-/Fürstenfelder Straße überholte Bünyamin innerorts mit hoher Geschwindigkeit die Autos der Freunde. Als ein Wagen entgegenkam, geriet sein BMW beim Bremsen in einer Rechtskurve ins Schleudern und prallte gegen den Ahornbaum. Bünjamin war sofort tot. Die Mitfahrer wurden schwerstverletzt mit Hubschraubern in Münchner Spezialkliniken geflogen. Hüseyin starb dort, der 16-jährige Firat K. kämpft noch immer um sein Leben. sk/dm

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