Nach Horrorunfall auf der Nürnberger Autobahn

Zwei Buben tot: Bewährungsstrafe für Raser

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Ein Bild des Grauens bot sich den Rettungskräften im Mai 2016 auf der A 9 bei Denkendorf. In der Mitte ist der Ford der Erdinger Familie zu sehen. In dem Wrack starben zwei acht und neun Jahre alte Buben.

Dieser Unfall hatte in ganz Erding und Umgebung Entsetzen ausgelöst. Nun ist die Katastrophe zumindest juristisch aufgearbeitet.

Erding/Denklingen/Ingolstadt - Im Mai 2016, in der zweiten Pfingstferienwoche, starben bei einem unverschuldeten Unfall zwei kleine Buben aus Erding. Ihre Schwestern und Eltern wurden teils schwer verletzt. Jetzt ist das Urteil gegen den Todesraser rechtskräftig geworden: Der Münchner wurde zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das teilte am Freitag das Landgericht Ingolstadt mit.

Zum Hergang: An dem regnerischen Ferientag war eine Familie mit vier Kindern aus Klettham auf der Autobahn A 9 Nürnberg–München auf dem Weg von Bekannten zurück nach Erding. Die Straße war nass, auf dem Abschnitt galt Tempo 80. Und dennoch raste ein damals 49 Jahre alte Münchner mit seinem BMW mit halsbrecherischen 180 Kilometern pro Stunde in die gleiche Richtung. Der Wagen geriet ins Schleudern und prallte gegen das Auto der Erdinger Familie. Die zwei acht und neun Jahre alten Buben wurden durch die Seitenscheibe geschleudert. Sie überlebten den Unfall nicht. Zwei Töchter sowie die Eltern kamen mit teils schwersten Verletzungen davon. Die Buben wurden im Heimatland der Familie, in der Türkei, beigesetzt.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres musste sich der Verursacher wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Ingolstadt verantworten. Das Gericht verurteilte ihn zu einem halben Jahr Gefängnis, setzte die Strafe aber zu Bewährung aus. Nachdem eine Berufung vor dem Landgericht Ingolstadt zurückgezogen worden war, ist das Urteil nun rechtskräftig, teilte die Justiz dort mit. Hinzu kommen mehrere tausend Euro, die der heute 51-Jährige an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen muss, sowie weitere sechs Monate Führerscheinentzug.

Das Gericht hatte dem Münchner zu Gute gehalten, dass die beiden Kinder nicht angeschnallt gewesen seien. Zudem habe sich der Verursacher bislang nichts zu Schulden kommen lassen. Er leide körperlich wie psychisch unter den Folgen, sagte Gerichtssprecherin Heike Linz-Höhne der Deutschen Presseagentur.

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