Nach Kindermord: Gebete in Maria Eich

Krailling - Der Himmel ist düster, die alten Eichen rauschen im Wind. Seit fast 300 Jahren suchen Gläubige in der Gnadenkapelle Maria Eich in Planegg Halt und Zuflucht. Heute beten die Menschen hier für die toten Schwestern von Krailling.

Anneliese Eisend (67) zündet für die Schwestern eine Kerze an. Sie kannte die Kinder vom Sehen

„Es ist einfach furchtbar“, sagt Anneliese Eisend (67) und zündet für die ermordeten Mädchen eine Kerze an. Die Verkäuferin wohnt nur ein paar Hundert Meter von dem Haus entfernt, in dem Sharon († 11) und Chiara († 8) starben. Sie kannte die Kinder vom Sehen. „Wenn ich mit dem Hund spazieren war, haben sie ihn immer gestreichelt. So süße Mädchen“, sagt sie kopfschüttelnd. „Im Ort geht die Angst um. Dass so etwas bei uns passiert, damit hätte niemand gerechnet. Hoffentlich wird der Mörder bald geschnappt.“

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Heinz Stepper (69) aus Olching kommt oft zur Gnadenkapelle. „Als ich einen Schlaganfall hatte, war ich fast jeden Tag da“, erzählt der Rentner. Heute betet der 69-Jährige für die ermordeten Mädchen. „Wie kann jemand nur so grausam sein“, fragt er fassunglos.„Wenn ich mir vorstelle, jemand würde meinen Enkeln so etwas antun – ich würde durchdrehen.“

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Das sagt ein Bekannter der Mutter

Herbert (63) und Gabriele (64) Nicolodi aus Obermenzing sind hierhergekommen, um der toten Kinder aus Krailling zu gedenken. „Es ist unvorstellbar. Wir haben vier Enkel in dem Alter“, sagt die Hausfrau erschüttert. Ihr Mann fügt hinzu: „Ich wünsche der Mutter viel Kraft. Es wird ein Leben lang dauern, diesen Verlust zu verarbeiten.“

Christina Schmelzer

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