Nach der Messerattacke im JoHo: Tatmotiv verdichtet sich

+
Dramatische Szenen haben sich am Mittwochvormittag am Josef-Hofmiller-Gymnasium abgespielt: Eine 15-Jährige hat eine Mitschülerin mit einem Messer attackiert.

Freising - Im Zeichen des Aufarbeitens stand der erste Schultag nach der Messerattacke am Josef-Hofmiller-Gymnasium. Derweil verdichten sich die Hinweise auf das Tatmotiv des Mädchens.

Lesen Sie dazu auch:

Mädchen sticht an Schule mit Messer auf Mitschülerin ein

„Man ist bemüht, wieder in die Normalität zurückzufinden.“ So fasste Walter Schollerer, Jugendbeamter der Polizei Freising, den Tag nach dem schrecklichen Vorfall am Josef-Hofmiller-Gymnasium zusammen. Ein Mädchen (15) hatte am Mittwoch eine 16 Jahre alte Mitschülerin im Klassenzimmer mit einem Küchenmesser angegriffen, ihr Schnitt- und Stichverletzungen zugefügt. Am Donnerstag nun hat man die Betreuung der Mitschüler in der zehnten Klasse fortgesetzt.

Gemeinsam mit Schulpsychologin Ruth Wozny, Christine Rattenhuber vom Kriseninterventionsteam (KIT) Erding-Freising und Hans-Joachim Röthlein, Schulpsychologe am Staatlichen Schulamt Freising, setzte sich Schollerer in den ersten zwei Schulstunden mit den Schülern zusammen. „Wir haben viel miteinander gesprochen“, so der Polizeioberkommissar. Sein Eindruck: „Sie sind betroffen, aber gefasst, haben sich rege beteiligt.“ Das Angebot, ihre Gefühle zu äußern, ihre Sorgen und Ängste in Worte zu fassen, richtete sich auch an Schüler aus anderen Klassen, die außerdem die Gelegenheit hatten, in der ersten Stunde mit ihren jeweiligen Lehrern zu sprechen.

Bilder: Messer-Angriff am Freisinger Gymnasium

Bilder: Messer-Angriff am Freisinger Gymnasium

„Es wird damit aber wohl nicht getan sein“, erläutert Schollerer. Denn: „Einige haben das Bedürfnis, nach so einem Vorfall sofort darüber zu sprechen, andere vielleicht erst ein paar Tage später.“ Jedenfalls stehe die Türe jederzeit offen - für jeden Schüler, der Hilfe sucht, um dieses einschneidende Ereignis zu verarbeiten.

Eine offizielle Stellungnahme der Polizei bezüglich des Motivs der Täterin gab es gestern noch nicht. Das Opfer ist vernehmungsfähig, ein erstes Gespräch zwischen dem 16- jährigen Mädchen und ermittelnden Beamten habe bereits stattgefunden. Nach Angaben von Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, sei sie von dem Angriff ihrer 15-jährigen Banknachbarin „völlig überrascht“ gewesen. Ein klares Bild ergebe sich aber erst, wenn man die unmittelbaren Zeugen der Messerattacke gehört habe. Das soll nach und nach in der nächsten Woche geschehen.

Von Anfang an stand das Motiv „Eifersucht“ im Raum. Inzwischen scheint sich das erhärtet zu haben, allerdings soll es dabei nicht um eine Beziehung zu einem jungen Mann gehen, sondern um die Freundschaft der Mädchen untereinander. Im Kreis der Ermittler war denn auch von „absolut persönlichen Gründen“ für die Gewalttat die Rede.

Abgesehen davon haben die Kripo Erding sowie die Staatsanwaltschaft Landshut die Tatsache zu berücksichtigen, dass die 15-jährige Schülerin mit einem Messer in die Schule gekommen sei. Man müsse daher von einer „psychischen Auffälligkeit“ des Mädchens ausgehen, die derzeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht ist.

Auch interessant

Meistgelesen

Hohenlindenerin kämpft mit weichen Bandagen
Hohenlindenerin kämpft mit weichen Bandagen
Schwerer Unfall auf der Flughafentangente: Skoda kracht in Mercedes 
Schwerer Unfall auf der Flughafentangente: Skoda kracht in Mercedes 
Münchner Wirt übernimmt Traditionsgaststätte
Münchner Wirt übernimmt Traditionsgaststätte
Romantische Neujahrsnacht wird zum Albtraum: Horror in Freisinger Hotelzimmer  
Romantische Neujahrsnacht wird zum Albtraum: Horror in Freisinger Hotelzimmer  

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion