Mord an Ärztin: Schmerzen - da drehte Viroel J. (65) durch

Weilheim - Der 65-Jährige, der am Donnerstag die 47-jährige Ärztin erstochen hat, sitzt in U-Haft. Offenbar ist jetzt auch das Motiv für die unfassbare Tat klar.

In den letzten Tagen muss sich Viroel J. (65) immer mehr zusammengesponnen haben, wie er sich rächen kann. Er, der Mann der am Donnerstag in Weilheim eine Klinikärztin erstochen hat, hat dies wohl nur aus einem Grund getan: Weil er sich von der Medizinerin falsch behandelt fühlte.

Seit Freitag sitzt der 65-Jährige aus Oberhausen (nahe Huglfing) auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II in U-Haft – wegen des Verdachts des Mordes. Zuvor hatte ihn der Landgerichtsarzt auf seine Schuldfähigkeit hin untersucht. Dabei wurden keine Auffälligkeiten festgestellt, die eine Unterbringung in einer Psychiatrie rechtfertigen würden. Gegenüber seinem Münchner Verteidiger Wilfried Eysell hat Messerstecher Viroel J. weitgehend den Ablauf der Tat eingeräumt, nicht aber, dass er die Ärztin und zweifache Mutter Martina M. (47) von Beginn an hätte töten wollen.

Hier ist das Drama passiert

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Vor einer Woche war der spätere Frauenkiller wegen Unterleibsschmerzen in das Klinikum aufgenommen worden. Er ging wohl davon aus, dass die Schmerzen von der Galle herrühren würden. Eine Untersuchung durch die Ärztin Martina M. brachte aber nicht den Befund, den sich der 65-Jährige erwartet hatte – es fand sich nichts entsprechendes. Der Mann wurde wieder entlassen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München II: „Er fühlte sich subjektiv falsch behandelt.“

Zuhause in Oberhausen, wo Viroel J. mit einer älteren Frau zusammenlebt, wollten aber die Schmerzen angeblich nicht aufhören, sondern sie verschärften sich nach seiner Meinung. Neben dem Bauch tat ihm nun auch die Brust weh – Herzrhythmusstörungen. Zudem beklagte er laut seinem Verteidiger eine gerötete Haut. Mit jedem Tag wuchs ihn dem Mann der Hass auf die Medizinerin. „Ich will sie auch so leiden sehen, wie ich leide“, soll er in dieser Zeit gesagt haben.

Die Trauer im Krankenhaus

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Dabei passte dies so gar nicht zu dem Mann: Er ging gern am Staffelsee fischen, holte sich hierzu immer pflichtgemäß die Angelkarten ab. Sein Heim war zwar keine Villa, doch gut in Schuss. Nie gab es Auffälligkeiten.

Bis zum Donnerstag, als er nach Weilheim fuhr und gegen 8.45 Uhr das Klinikum betrat, in der Hand ein Messer. Mehrmals stach er damit der Ärztin in den Bauch. Martina M. starb auf dem OP-Tisch. Sie hinterlässt einen Ehemann und zwei junge Söhne. Die Frau, die immer nur Gutes tun wollte, wurde aus nicht nachvollziehbaren Gründen plötzlich ein Opfer von blinder Gewalt.

jam, mc

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