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Mädchen tot, Bub gelähmt

Horror-Crash auf B2: Darum muss die 18-Jährige zur Strafe ein Buch lesen

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Bei dem Unfall auf der B2 bei Germering starb ein Mädchen (3). 

Eine 18-Jährige verursacht auf der B2 einen Unfall, nach dem eine Dreijährige stirbt und ein kleiner Bub gelähmt ist, und muss zur Strafe ein Buch lesen. Ein mildes Urteil - für das es Gründe gibt. 

Germering - Nicht immer sind Urteile für Betroffene und Bürger leicht zu begreifen*. Besonders verblüfft hat viele die Entscheidung des Brucker Amtsgerichtes zu dem Horrorunfall auf der B 2 bei Germering, Ende März, in dessen Folge eine Dreijährige starb, der Bruder (17 Monate) gelähmt ist und auch die Mutter (30) bleibende gesundheitliche Schäden davontrug.

Die Fahranfängerin, die den Crash verursacht hat, erhielt eine so genannte Leseweisung. Das heißt, sie muss sich mit einem Buch befassen, das Sozialarbeiter für sie aussuchen und dann mit denen über die Lektüre sprechen. Ihren Führerschein darf die Inningerin behalten.

Die Unfallfahrerin wird den Horror ihr Leben lang nicht vergessen

Wie eine Rechts-Expertin erklärt, wurde die 18-Jährige nach dem Jugendstrafrecht verurteilt. Darin wird nach ganz anderen Kriterien entschieden als bei Erwachsenen. „Nicht Strafe steht im Vordergrund, sondern Erziehung“, so die Expertin. Auch der Gedanke der General-Prävention spiele eine sehr untergeordnete Rolle. Im Vordergrund stünden immer der oder die junge Angeklagte und deren künftiges Leben. Rein theoretisch sei es im Jugendstrafrecht möglich, dass ein Mord lediglich mit einigen Stunden Sozialarbeit geahndet werde. Neben dem Erziehungsgedanken spielt auch der Grad der persönlichen Betroffenheit des Täters eine Rolle. Die Unfallfahrerin von der B 2 etwa leidet selbst sehr unter dem, was geschehen ist – und wird den Horror ihr Leben lang nicht vergessen.

Die Schuld der 18-Jährigen an dem Unfall wurde als relativ gering eingestuft

Zudem wurde der Grad ihrer persönlichen Schuld an dem Unfall als relativ gering eingestuft. Die junge Frau ist zwar etwas zu schnell gefahren. Dass das aber so katastrophale Folgen hatte, lag auch an einer Reihe sehr ungünstiger Umstände. Dem Gericht, der Jugendgerichtshilfe, der Staatsanwaltschaft und der Anwältin war es ein Anliegen, der 18-Jährigen zu helfen, dies zu begreifen.

Ein geeignetes Buch und ein Gespräch darüber könnten dafür die Plattform sein, so die Expertin. Hätte man der Inningerin statt dessen etwa zehn Stunden Sozialarbeit aufgebrummt, wäre sie zehn mal daran erinnert worden, dass sie Ursache von schwerem Leid war. Das würde der Studentin nicht helfen, selbst wieder in ein halbwegs normales Leben zu finden. 

sk

*Auch auf der Facebook-Seite des Fürstenfeldbrucker Tagblatts wurde darüber diskutiert. 

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