Trauer in Kaserne

Todes-Rätsel: Wieso starb der Soldat beim Fallschirmsprung?

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Tausendmal geübt: Ein Fallschirmspringer der Bundeswehr segelt mit einem Gleitfallschirm in Richtung Erde.

Ein Unteroffizier der Franz-Josef-Strauß-Kaserne in Altenstadt ist bei einem Fallschirmsprung ums Leben gekommen. Der 34-Jährige war ein erfahrener Springer. Wie konnte der Unfall passieren?

Altenstadt - Tiefe Betroffenheit in der Kaserne in Altenstadt (Kreis Weilheim-Schongau). Die Fallschirmjäger haben einen ihrer Kameraden verloren. In Windeseile hat sich die Meldung am Mittwoch herumgesprochen, die Soldaten sind geschockt.

„Wie konnte das passieren?“ - das ist die meistgestellte Frage nach dem tödlichen Sprungunfall. Die Soldaten vor Ort sind selbst auf Informationen des Pressezentrums des Heeres angewiesen, denn der Unfall ist in Österreich nahe Wiener Neustadt passiert.

Langjährige Verbindung zwischen Ausbildungsstätten

Dort befindet sich die Heeres-, Sport- und Nahkampfschule des österreichischen Heeres. Seit vielen Jahren besteht eine Verbindung zwischen den Ausbildungsstätten der Fallschirmspringer. Auch andere befreundete Nationen wie auch die Schweizer sind in das Austauschverfahren mit eingebunden.

Dort nahmen am laufenden Fallschirmsprunglehrgang zwei Soldaten aus Altenstadt im Rahmen einer Fortbildung für Fallschirm-Sprunglehrer teil. Ziel dieser Kooperation ist die Verbesserung der Ausbildung durch internationalen Austausch.

Verunglückter sollte Absprung der Kursteilnehmer koordinieren

Der verunglückte Unteroffizier der deutschen Bundeswehr im Dienstgrad eines Hauptfeldwebels war als „Absetzer“ während eines Sprungdienstes eingeteilt. In dieser Funktion koordinierte er den sicheren Absprung der Kursteilnehmer aus einem Hubschrauber des österreichischen Bundesheeres.

Nachdem der „Absetzer“ den letzten Springer aus der Maschine befördert hatte, sprang er aus einer Höhe von 1500 Metern hinterher. Das ist möglich und eigentlich ungefährlich, da der Springer selbst einen Fallschirm am Rücken trägt. Der verwendete Flächen-Fallschirm war ein Schirm von der Bundeswehr. 

Opfer galt als erfahrener Springer

Der Schirm öffnete sich, doch bei der Landung kurze Zeit später muss der Springer so unglücklich aufgekommen sein, dass er sich schwere Verletzungen zuzog. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen starb der Soldat eine Stunde später. Der 34-Jährige war in Altenstadt in der XI. Inspektion eingesetzt und galt als erfahrener Springer.

Wie es zu diesem Unfall kam, versucht nun die österreichische Flugsicherheit zu klären. Sie hat die Ermittlungen aufgenommen und lässt den Vorfall durch eine Flugunfallkommission untersuchen. Wie von dort gemeldet wird, werden die Angehörigen des Hauptfeldwebels, der nicht am Standort Altenstadt heimisch ist, und auch die betroffenen Soldatinnen und Soldaten psychologisch und seelsorgerisch betreut.

Die letzten beiden tödlichen Sprungunfälle liegen einige Jahre zurück. Oberleutnant Pierre Beyer verunglückte am 19. Juli 2007, der Schweizer Springer Roman Steffen kam am 14. Juli 2009 ums Leben.

Hans-Helmut Herold

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