Überholmanöver auf B472: "Ich habe es für meinen Sohn gemacht"

Lenggries/Reichersbeuern - Überholmanöver wie bei "Alarm für Cobra 11": So hatte die Polizei die Fahrt eines Lenggriesers (29) letzte Woche beschrieben. Jetzt erklärt der Mann, warum er so schnell unterwegs war.

Ja, ganz durchdacht sei die Sache sicher nicht gewesen, sagt Concetto Speranza. „Aber ich habe es für meinen Sohn gemacht“, fügt der Lenggrieser hinzu. Der 29-Jährige war der Fahrer, der sich am Mittwoch auf der B472 durch überhöhte Geschwindigkeit und riskante Überholmanöver eine Anzeige wegen Verkehrsgefährdung und Nötigung einhandelte, als er versuchte, sein 19 Monate altes Kind nach Agatharied ins Krankenhaus zu fahren.

„Der Kleine hatte 41,6 Grad Fieber“, berichtet der besorgte Vater. Natürlich habe er zunächst versucht, den Kinderarzt zu verständigen. Aber den habe er genauso wenig erreicht wie dessen Kollegen, schildert Speranza. Daran, den Notarzt zu alarmieren, „habe ich einfach nicht gedacht“, räumt der Lenggrieser ein. Weil es dem Buben immer schlechter ging, packte er das Kind schließlich ins Auto der Schwiegermutter und fuhr los - nach Agatharied, weil man dort auf Kindernotfälle besser spezialisiert sei als in Tölz.

„Im Auto war mein Sohn dann fast ohnmächtig und hat die Augen verdreht.“ Der Papa schaltete die Warnblinkanlage an, gab Gas und überholte zwischen Bad Tölz und Waakirchen einige Autos. Einer der Überholten merkte sich das Kennzeichen und alarmierte die Tölzer Polizei. Die ermittelte über das Nummernschild die Halterin des Fahrzeugs, die wiederum ihren Schwiegersohn verständigte. Nachdem sein Sohn - er hat eine Virusinfektion - in Agatharied behandelt worden war, fuhr der Lenggrieser direkt zur Tölzer Inspektion, „um die Sache zu schildern“.

Wenn sich jemand von ihm bedrängt oder gefährdet gefühlt habe, tue ihm das wirklich leid, sagt Speranza. „Ich würde mich bei dem Autofahrer auch jederzeit entschuldigen.“ Aber als Vater habe er „einfach nichts anderes machen können“.

Allerdings hat der 29-Jährige aus der Sache gelernt: Das nächste Mal wolle er nun doch die Notruf-Nummer wählen. Der Bub, der am Freitag zwar immer noch hohes Fieber hatte, befindet sich übrigens auf dem Weg der Besserung. (va)

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