„Warum haben alle weggeschaut?“

Vergewaltigung in Höhenkirchen: Nur ein Zeuge half 

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Der Tatort am Tag nach der Tat.

Fünf Tage nach der Vergewaltigung einer 16-Jährigen in Höhenkirchen-Siegertsbrunn hat die Polizei den dritten Mittäter festgesetzt. Ein Zeuge schildert die dramatischen Minuten nach der Tat - viele Passanten haben nicht auf seine Rufe reagiert.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Nach der Gruppen-Vergewaltigung eines Mädchens (16) in Höhenkirchen-Siegertsbrunn (Kreis München) sitzt nun auch der dritte mutmaßliche Täter in U-Haft. Polizisten holten den Afghanen (18) Montagfrüh in einer Unterkunft im Poinger Ortsteil Grub (Kreis Ebersberg) ab. Kratzspuren an seinem Körper zeigen, dass auch er bereits im Begriff gewesen war, über das Mädchen herzufallen. Der Ermittlungsrichter hatte ihn zunächst freigelassen. Die Staatsanwaltschaft legte Beschwerde ein, der nun stattgegeben wurde.

Die beiden weiteren mutmaßlichen Täter waren dank des beherzten Eingreifens des Augenzeugen Ergin A. (36) unmittelbar nach der Tat von der Polizei gefasst worden. Auch ihn beschäftigen die Ereignisse immer noch – vor allem deshalb, weil ihn andere Zeugen völlig im Stich ließen. Das kann der in Deutschland geborene, türkische Druckerei-Mitarbeiter nicht begreifen. 

Er hatte an jenem Abend gerade seine Freundin abgesetzt. Als er die Schreie eines Mädchens hörte, sprang er aus dem Auto und rannte auf die Täter zu. „Sie waren sehr erschrocken und rannten davon.“ Ergin A. lief einem der Täter nach, schrie einem Passanten zu: „Hilf mir!“ Der Flüchtende blieb schließlich stehen und gab auf. Ergin A. sagt: „Ich fühlte mich total allein. Keiner der Leute in der Nähe hat auch nur ein geringes Anzeichen von Hilfe gezeigt.“ Als er den mutmaßlichen Haupttäter auf der Straße sah, alarmierte er die Polizei. Wenig später waren alle drei Täter gefasst. Der 16-Jährigen wünscht Ergin A., „dass sie bald wieder ein normales Leben führen kann.“

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