In der Buchenau

Schulbus-Probefahrt geht mächtig schief

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Der Schulbus von der Buchenau zur Schule Nord soll abgeschafft werden. Die Kinder sollen stattdessen Linienbusse nehmen. Am Mittwoch ging eine einges anberaumte Probefahrt mächtig schief. Deshalb fährt der Schulbus zumindest noch bis Fasching weiter.

Fürstenfeldbruck – Ab Januar sollten die über 50 Kinder aus der Buchenau ursprünglich statt mit dem Schulbus mit den Linienbussen 820 und 840 zur Schule fahren. Gestern war auf der Linie 820 eine Testfahrt angesetzt. Alle Beteiligten waren informiert, auch das Busunternehmen. Eltern, Kinder, Konrektorin Ricarda Kicherer und Vertreter der Stadt warteten am Kastanienweg. „Der Busfahrer schaute und fuhr vorbei“, erzählt Mutter Andrea Wolf. Die verdutzten Eltern und Kinder konnten nur hinterherblicken. Zumal die Kinder gar nicht hätten einsteigen können. „Der Bus war rappelvoll.“

Am Bahnhof Buchenau Süd stiegen viele Fahrgäste aus. So konnte eine zweite Gruppe wie ursprünglich geplant einsteigen. Erst drinnen merkten sie, dass niemand von der Schule mitfuhr. „Es waren chaotische Zustände“, klagt Mama Elisabeth Striewe. An der dritten Haltestelle Kiefernstraße habe sich eine Mutter vor den Bus geworfen und den Fahrer so zum Anhalten gezwungen. Der habe die Eltern nur beschimpft. Eingestiegen sei dort niemand – denn die Gruppe wurde rechtzeitig informiert, dass die Probefahrt nicht klappt.

Die Gruppe, die im Bus war, fuhr wie geplant zur Puchermühlstraße. Die Eltern begleiteten ihre Kinder zu Fuß zur Schule. Die übrigen Mädchen und Buben kamen auch pünktlich zum Unterrichtsbeginn: Der Schulbus fährt ja noch übergangsweise, und er kam nach der Linie 820 an die Haltestellen.

Nach dem verpatzten Versuch sehen sich die Eltern in ihrer Meinung bestätigt: Der Schulbus muss bleiben. Sonst würden die Kinder mit Elterntaxis zur Schule gebracht, sagt eine Mama.

Die Linie 820 startet in Starnberg, vor allem in Grafrath und Schöngeising seien viele Fahrgäste zugestiegen, heißt es aus dem Brucker Rathaus. Daher sei der Bus bereits gut besetzt gewesen. Dass die Linie, die erst seit Montag in Betrieb ist, gut angenommen wird, bestätigt auch Hermann Seifert, beim Landkreis für den öffentlichen Personennahverkehr zuständig. „Aber dass der Fahrer nicht hält, das geht nicht.“ Hier werde man ein Gespräch führen, womöglich auch einen Kollegen auf diese Linie setzen. Beschimpfungen habe der Fahrer jedoch vehement bestritten.

Seifert glaubt ohnehin, dass die Linie 840 für die Grundschüler besser geeignet ist, da diese in der Stadt startet und nicht schon gut gefüllt ankommt wie der 820er Bus. Dass Schüler mit öffentlichen Bussen fahren, sei anderswo schon üblich. Für diesen Freitag war noch eine Probefahrt auf der Linie 840 angesetzt. Die Eltern, die mit viel Engagement für die Erhaltung des Schulbusses gekämpft hatten, sehen der mit gemischten Gefühlen entgegen. Diese Probefahrt wurde Donnerstagnachmittag abgesagt. 

Nach der verpatzten Testfahrt hat die Stadt jedoch bereits reagiert. Man sei in engem Kontakt mit der ÖPNV-Stelle und dem Busunternehmer, sagt eine Rathaussprecherin. Als Zwischenlösung wird der Schulbus vorerst bis zu den Faschingsferien weiter fahren. „Ich bin froh, dass man sich für eine für alle gute Lösung bemüht“, sagt Konrektorin Ricarda Kicherer erleichtert.

Bis zu den Faschingsferien werden Zählungen durchgeführt, um festzustellen, wie viele Fahrgäste im Bus sind, bevor er ins Stadtgebiet kommt. Sollte der Bus permanent voll sein, müsse der ÖPNV aktiv werden, heißt es aus dem Rathaus: „Dieser hatte der Stadt seinerseits versichert, dass die Linie 820 die Schüler aufnehmen kann.“ (imu)

Anm. d. Redaktion: Dieser Beitrag wurde am Donnerstagnachmittag aktualisiert

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