Schwerer Unfall in Nandlstadt:

84-Jährige verwechselt Gas und Bremse: Schwer verletzt

+
Gas- und Bremspedal verwechselt: Eine 84-Jährige stürzte am Donnerstag in einem Nandlstädter Wohngebiet mit ihrem Kleinwagen von der Straße eine Böschung hinab. Das Auto landete neben einer Hauswand auf dem Dach, Nachbarn befreiten die schwer verletzte Frau aus dem Wrack.

Nandlstadt - Weil sie Gas- und Bremspedal verwechselt hatte, stürzte am Donnerstag in einem Nandlstädter Wohngebiet eine 84-Jährige mit ihrem Auto eine Böschung hinab. Das Auto landete neben einer Hauswand auf dem Dach.

Nachbarn befreiten die Frau aus dem Wrack. Sie wurde so stark verletzt, dass ein Rettungshubschrauber zum Einsatz kam.

Über der Nandlstädter Zeilerbergstraße ergießt sich ein Regenschauer, als die Feuerwehr am Donnerstag kurz nach 15 Uhr ein Stahlseil an dem zerquetschten Fiat Panda befestigt und ihn wieder zurück auf seine vier Räder kippt. Wenige Meter oberhalb steht eine Nachbarin in Gummischlappen am Holzzaun und blickt, immer noch geschockt, auf das Geschehen. Als der Unfall geschah, war sie gerade bei der Gartenarbeit. Doch dann fuhr neben ihrem Anwesen der Fiat ihrer 84-jährigen Nachbarin schnurgerade auf einen Abgrund zu – und überschlug sich in einer Wiese.

Auch Alfred Hofstetter (77) befindet sich da gerade auf der Straße. „Ich bin direkt daneben gestanden“, erzählt er später und in seiner Stimme liegt Aufregung. „Ich hab’ zugeschaut, wie sie da runter gesaust ist. Das Auto hat sich noch an der Straßenkante eingespitzt und ist dann kopfüber hinuntergekracht.“ Sofort eilen mehrere Passanten den steilen Hang hinab zum Fahrzeug, das Zentimeter neben der Garagenwand von Haus Nummer 30 b auf dem Dach zum Liegen gekommen ist. Dr. Max Albrecht, dessen Arztpraxis gleich um die Ecke liegt, fährt zufällig vorbei – und wird von den Nachbarn zu Hilfe gerufen. Mit vereinten Kräften versuchen sie, die Seniorin aus dem Wrack zu ziehen. Mittlerweile treffen auch die ersten Rettungskräfte ein und übernehmen die Versorgung der Frau.

Der Notarzt stellt mehrere Knochenbrüche fest, die 84-Jährige hat sich vor allem am Brustkorb stark verletzt. Weil die Mediziner auf Nummer sicher gehen wollen, fordern sie einen ADAC-Helikopter an, der kurze Zeit später auf einer nahen Wiese aufsetzt. Die Frau ist ansprechbar – und schildert den anwesenden Polizisten den Auslöser für ihren schweren Unfall: „Sie hat wohl das Gas- mit dem Bremspedal verwechselt“, berichtet später ein Polizist dem Freisinger Tagblatt. Weil es immer noch regnet, schieben die Rettungskräfte die Liege unter einen Carport und bereiten die Rentnerin dort auf den Hubschrauberflug vor. Wenig später hebt der Heli ab in Richtung eines Münchner Klinikums.

Derweil sind die Helfer der Nandlstädter Feuerwehr weiter damit beschäftigt, das Unfallauto aus der Wiese zu entfernen und ein Auslaufen von Treibstoff und Öl zu verhindern. Am Kran eines Abschleppwagens wird der Panda schließlich zurück auf die Straße gehoben und abtransportiert. Die Polizei bilanziert den Totalschaden des Kleinwagens auf rund 1000 Euro. „Fremdschaden wurde nicht verursacht“, heißt es im Bericht der Beamten.

Bilder von der Einsatzstelle

Gas und Bremse verwechselt: 84-Jährige schwer verletzt

Bis Redaktionsschluss gehen sie von mittelschweren Verletzungen aus. Dass es nicht noch schlimmer gekommen ist, verdankt die Seniorin wohl der beherzten Ersthilfe der Passanten an der Zeilerbergstraße. Die Frau mit den Gartenschlappen übt sich in Bescheidenheit: „Es war reiner Zufall, dass wir da waren. Dann lief alles Hand in Hand“, sagt sie und meint: „Aber es ist ja das Natürlichste, dass jeder hilft, wo er kann.“

Armin Forster

auch interessant

Meistgelesen

Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Pflege zu teuer: Pensionär holt seine Frau wieder nach Hause
Frau von Lkw zermalmt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Frau von Lkw zermalmt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Schulbus auf Irrfahrt: Kinder in Panik
Schulbus auf Irrfahrt: Kinder in Panik

Kommentare