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Sie sind geschützt

Am Walchensee: Mittelmeermöwen nehmen Insel Sassau in Beschlag - und es werden scheinbar immer mehr

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Möwen haben in den vergangenen Jahren die Insel Sassau zu ihrem Brutgebiet gemacht.

Am Walchensee leben auf der Insel Sassau seit einigen Jahren rund 60 Mittelmeermöwen. Einigen bereitet das Sorgen. Die Vogelschutzwarte des Landesamts für Umwelt sieht allerdings keinen Handlungsbedarf.

Walchensee– Als einer der größten Seen der Region ist der Walchensee zwar schon eine Art „bayerisches Meer“, doch dass sich dort in den letzten Jahren Meeresvögel ansiedelten, besorgt so manchen. Die Mittelmeermöwe brütet auf der Insel Sassau.

Auch Hubs Walther fiel der Vogel auf. Walther ist am Walchensee aufgewachsen und erinnert sich, dass es in den 70er-Jahren noch gar keine Möwen am See gab. „Erst in den späten 80ern waren die ersten zu sehen“, sagt der ehemalige Wirt der Tölzer Hütte. In diesem Sommer kommt ihm der Zuwachs der Möwen besonders groß vor. Walther zählte auf der Naturschutz-Insel Sassau 67 Vögel in weißer Federpracht. Die Felsen rund um die Insel seien zudem „voll mit Möwenkot.“ Gleichzeitig hat er festgestellt, dass in diesem Jahr kaum Küken von Stockenten, Haubentauchern und Gänsesägern zu sehen seien. „Möwen sind Raubvögel und ernähren sich von allem, was leicht zu bekommen ist“, so Walther. Der Gedanke, dass der vermeintlich sprunghaft gewachsene Möwenschwarm die Entenküken zu Möwenfutter machte, liege nahe.

Betretungsverbot: Auf der kleinen Walchensee-Insel Sassau haben Menschen nichts verloren.

Doch wie kommt eine Mittelmeermöwe überhaupt dazu, ins Binnenland zu ziehen? Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat die Antwort: „Vermutlich spielt der Klimawandel eine Rolle und früher auch oft Mülldeponien, die den Vögeln eine gute Nahrungsbasis boten“, so der Sprecher des LfU. Eingewandert sei die Mittelmeermöwe vermutlich aus dem Mittelmeergebiet und der Schweiz, wo die Art schon längere Zeit lebt. Aus der Schweiz also gelangte die Mittelmeermöwe vermutlich auf die Walchensee-Insel und dort gedeihen sie gut: „Die Insel Sassau im Walchensee ist seit 1978 Naturschutzgebiet und Naturwaldreservat“, berichtet dazu Sabine Schmid. Das Betretungsverbot an der Insel soll unter anderem „ein von seltenen und in ihrem Bestand bedrohten Wasservogelarten bevorzugtes Brut- und Aufzuchtgebiet nachhaltig sichern“, so die Sprecherin des Landratsamts. Zu diesen bedrohten Arten gehört auch die Mittelmeermöwe, auch wenn sie bei uns nicht heimisch ist. Das LfU teilte dazu mit: „Die Möwen-Kolonie am Walchensee ist die einzige dieser Art in den Alpen. Mittelmeermöwen sind besonders geschützt und nicht jagdbar.“

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Das bedeutet: Die Mittelmeermöwe ist geschützt, obwohl sie im Oberland nicht heimisch ist. Doch was ist mit den Interessen und dem Schutz der heimischen Enten und ihrer Küken? Dazu meldete das LfU Folgendes zurück: „Ein negativer ökologischer Einfluss von Mittelmeervögeln auf die Bestände anderer Wasservögel ist nicht bekannt. Schlechter Bruterfolg bei Wasservögeln wird vor allem durch Hochwasser und die Störung der Lebensräume durch den Menschen verursacht“, so der Sprecher des Landesamts. Selbst am Chiemsee, wo sich im Sommer bis zu 400 Mittelmeermöwen aufhielten, käme es alljährlich zum Bruterfolg zahlreicher Wasservogelfamilien. Was das Landesamt damit sagen will: Die wenigen Entenküken am Walchensee habe nicht die Möwe, sondern der Mensch zu verantworten.

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Zur vermeintlichen Zunahme der Population meldet das LfU, dass der Brutbestand seit dem Jahr 2000 bei konstant 15 Möwen-Paaren läge. „Dies bedeutet bei jeweils einem Elternpaar und durchschnittlich zwei Jungen rund 60 Tiere.“ Hinzu kämen Tiere, die den Walchensee vorübergehend besuchen, sogenannte „Nichtbrüter“. Die Vögel fräßen vor allem „Fische, Mäuse, Aas, wirbellose Tiere und Vögel.“

Nora Linnerud

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