Einmalig in Deutschland

Gestatten, Bond. Master Bond! Studiengang für Geheimagenten an Bundeswehr-Uni gestartet

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An der Bundeswehr-Uni in Neubiberg ist der erste deutsche Masterstudiengang Intelligence and Security Studies (MISS) gestartet.

Schon gehört? In Neubiberg werden jetzt Spione an der Bundeswehr-Universität ausgebildet. Es ist der erste Masterstudiengang Intelligence and Security Studies (MISS). Aber pssst … 

Neubiberg - Am Montag hat an der Bundeswehr-Uni in Neubiberg der erste deutsche Masterstudiengang Intelligence and Security Studies (MISS) begonnen. Die Studenten: der Führungsnachwuchs der Nachrichtendienste des Bundes und der Länder sowie Soldaten des Militärischen Nachrichtenwesens der Bundeswehr. Wer jetzt an geheime Missionen à la James Bond denkt, liegt nicht ganz richtig. „Im Studium werden sicherheitsrelevante Sachverhalte, Probleme und Entwicklungen aus verschiedensten wissenschaftlichen Perspektiven aufgegriffen“, sagt Professor Uwe Borghoff, Vizepräsident für Lehre an der Bundeswehr-Universität in Neubiberg, der gemeinsam mit Professor Jan-Hendrik Dietrich von der Hochschule des Bundes in Berlin den Studiengang leitet und mit ihm die akademischen Inhalte konzipiert hat. Der zweijährige Masterstudiengang findet teils in München, teils in Berlin in der Zentrale des BND statt. 

Studenten und Professoren haben allesamt die höchste Sicherheitsprüfung nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz, da sie Zugang zu streng geheimen Dokumenten haben. Mit dem neuen Studiengang reagiert die Bundesregierung auf die immer komplexeren Anforderungen unserer Zeit und will die Ausbildung in diesem Bereich auf ein internationales Niveau heranführen. „In vielen Ländern wie den USA oder Großbritannien gibt es schon lange spezielle nachrichtendienstliche Studiengänge“, sagt Dietrich. Auf dem Stundenplan stehen zum Beispiel Big Data-Analyse, Cyber Sicherheit, Terrorismusbekämpfung, regionale Sicherheit, Digitalisierung sowie Menschenrechte und Sicherheit aus normativer Perspektive. Es geht darum, zu lernen, reflektierte Entscheidungen zu treffen und letztlich eine bessere Führungskraft zu werden“, sagt Dietrich. Er sieht den neuen Studiengang auch als Reaktion auf parlamentarische Untersuchungsausschüsse. Bestes Beispiel: Pannen und Behördenversagen beim NSU-Komplex. 

(Lesen Sie hier: Wie die tz erfuhr, soll in Kürze beschlossen werden, wohin die NSU-Terroristin Beate Zschäpe verlegt wird.)

„In einem Studienmodul beschäftigen wir uns aus wissenschaftlicher Sicht mit Intelligence Failures. Dabei geht es darum, dass man aus Fehlern lernt, die in der Vergangenheit in der nachrichtendienstlichen Praxis gemacht wurden.“ Nicht zuletzt soll der Masterstudiengang auch zu einer Intelligence Community beitragen: „Diejenigen, die später eng zusammenarbeiten, sollen eine gemeinsame Sprache sprechen“, so Dietrich. Leider ohne Geheimcodes.

So werden Sie Geheimagent

Abhören, beschatten und Verfolgungsjagden – ganz so wild wie in den Actionfilmen geht es beim Bundesnachrichtendienst (BND) nicht zu. Aber der Dienst bildet durchaus Agenten aus. Ein wichtiger Punkt bei der Beantwortung der Frage „Wie wird man Agent?“ ist die Staatsangehörigkeit. So ist eine Mitarbeit beim BND nur für deutsche Staatsangehörige möglich. Gefordert sind außerdem allgemein eine fundierte fachliche Ausbildung, ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit, Sprachkompetenz, Interesse an fremden Kulturen und an außen- und innenpolitischen Themen und die Mobilität. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass auch ein Einsatz in Krisenregionen möglich ist. Außerdem sollte man Bedenken, dass eine Bewerbung beim BND einer genauen Prüfung unterzogen wird. Nach einer schriftlichen Bewerbung wird zu einem umfangreichen schriftlichen und mündlichen Auswahlverfahren eingeladen.

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