Bäume werden gefällt

Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer

Neubiberg - In Neubiberg haben die Baumfällarbeiten im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer begonnen. In einem Umkreis von 100 Metern um befallene Bäume sollen auch gesunde Laubbäume vorsorglich gefällt werden.

Dies gelte für die fünf Hauptwirtsarten Ahorn, Rosskastanie, Weide, Pappel und Birke sowie für Vogelbeere, Baumhasel und Esche, teilte die Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising mit. Andere Arten wie Obstbäume oder Hainbuchenhecken würden vorerst verschont. Landesamts-Sprecherin Sabine Weindl sprach aber von einer stufenweisen Verschärfung: Bei weiterem Befall könne das Spektrum der Baumarten erweitert werden.

Das Vorgehen der Behörden folgt den Vorgaben der Europäischen Union und des Julius-Kühn-Instituts in Braunschweig, das im Auftrag des Bundes Kulturpflanzen erforscht. 100 Meter rund um einen befallenen Baum muss danach vorsorglich gefällt werden. Darüber hinaus gilt eine Quarantänezone mit einem Radius von mindestens zwei Kilometern. Hier sollen sämtliche Laubbäume sorgfältig kontrolliert werden. Erst wenn vier Jahre lang kein Käfer mehr gefunden wurde, gilt das Tier als ausgerottet.

So reist der Asiatische Laubholzbockkäfer

Der Asiatische Laubholzbockkäfer hat seine Heimat in China, Korea und Taiwan. Mit Verpackungsholz oder Paletten gelangt er auch nach Amerika und Europa. Die Weibchen legen bis zu 70 Eier in die Rinde von Laubbäumen, am liebsten in Ahorn, Rosskastanie, Pappel, Birke und Weide. Nach ein bis zwei Wochen schlüpfen die Larven und fressen sich im Laufe der Zeit immer weiter in den Baum hinein. Dabei graben sie bis zu 30 Zentimeter lange Gänge ins Holz und verpuppen sich. Im Sommer frisst der fertige Käfer ein kreisrundes Loch ins Holz, fliegt ins Freie und lebt sechs bis acht Wochen lang.

Die Käfer gelten als sehr träge und fliegen nur wenige hundert Meter. Ihre Eier legen sie meistens in der Umgebung ihres Schlupflochs ab, oft im selben Baum. Stark befallene Bäume sterben innerhalb weniger Jahre ab. Wer befallene Bäume oder gar einen Käfer entdeckt, ist verpflichtet, dies den Behörden zu melden. Der Laubholzbockkäfer kann mit heimischen Arten verwechselt werden, aber auch mit dem ebenfalls schädlichen Citrusbockkäfer.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Frau von Lkw gerammt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Frau von Lkw gerammt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Dutzende Pendler sauer: Zugführer fährt ohne Fahrgäste los
Dutzende Pendler sauer: Zugführer fährt ohne Fahrgäste los
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Vermisster 23-Jähriger wieder aufgetaucht
Ein Streich der Extraklasse: Sie bauten das Schneeauto - Video
Ein Streich der Extraklasse: Sie bauten das Schneeauto - Video

Kommentare