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Alle suchen „Tigger“: Kater seit Wochen verschwunden - Sogar Suchhund im Einsatz

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Von: Franziska Konrad

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Wird schmerzlich vermisst: Der Bengalen-Kater „Tigger“ ist in Unterbiberg verschwunden. Eventuell ist er unbemerkt in ein Fahrzeug gesprungen.
Wird schmerzlich vermisst: Der Bengalen-Kater „Tigger“ ist in Unterbiberg verschwunden. Eventuell ist er unbemerkt in ein Fahrzeug gesprungen. © privat

Seit Wochen ist Bengalen-Kater „Tigger“ aus Unterbiberg verschwunden. In ihrer Not griffen seine Besitzer jetzt zu ungewöhnlichen Mitteln und setzten einen Suchhund ein.

Unterbiberg – Immer wieder holt Nicole Trapana aus Unterbiberg Fotos von ihrem geliebten Kater hervor, schaut sich wehmütig ein Video von ihm an: „Tigger“, wie er übermütig herumtollt oder wie er tief und fest auf seinem Kratzbaum schläft. „Tigger“ im Garten inmitten bunter Blumen. Und: „Tigger“ mit Katzenkumpel „Burny“ wohlig auf der warmen Heizung.

„Wo mag er nur sein“, fragt sich sein Frauchen. Die Ungewissheit plagt sie. „Tigger’s“ Familie hat nichts unversucht gelassen, um ihren kleinen Schatz wiederzufinden, seit er vor einigen Wochen von der Bildfläche verschwand. Sogar ein speziell ausgebildeter Suchhund war im Einsatz. Ohne Erfolg.

Katze verschwunden: „Tigger“ ist in der Nacht nicht mehr zurückgekehrt

Es war der 1. Mai. Um 19 Uhr war die Welt für Nicole Trapana noch in Ordnung. Zu dem Zeitpunkt war der Kater im Garten seiner Familie. Zuletzt gesehen wurde er zwischen 21 und 22 Uhr von einem Nachbarn. „Tigger“ hatte ihn – wie so oft – in seiner Wohnung besucht, um sich ein paar Streicheleinheiten abzuholen. Dann verschwand er. „Irgendetwas stimmt nicht“, dachte sich Nicole Trapana, als sie am nächsten Morgen aufwachte.

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Normalerweise kommt „Tigger“ immer zwischen 1 und 2 Uhr nachts heim, um etwas zu fressen. Dabei kündigt er sich jedes Mal lautstark an. Dieses Mal aber nicht. Nachdem keiner im näheren Umfeld etwas über seinen Verbleib wusste, startete sie sofort eine Suchaktion.

„Tigger“ vermisst: Auch der Katzenfreund trauert

Nicht nur die Familie vermisst ihren vierbeinigen Freund, auch die Nachbarn, bei denen der außergewöhnlich schöne Bengalische Kater tagsüber gern ein Nickerchen hielt: „Wir haben ihn alle ins Herz geschlossen, weil er so ein richtiger Charmeur ist.“ Wer ihn mit am meisten vermisst, ist sein Kumpel „Burny“. Der 17 Jahre alte, nierenkranke Katzen-Opa bewegt sich nicht mehr gern vom Sofa runter. Trotzdem hat er sich auf die Pfoten gemacht, um in der Tiefgarage nach seinem „Tigger“ zu suchen. Danach ist er wieder traurig mit hängendem Köpfchen nach Hause geschlurft.

Dass „Tigger“ aus Versehen eingesperrt wurde, etwa in einem Keller oder einer Tiefgarage, schließen seine Besitzer aus: „Er kann sehr laut schreien. Das würde auffallen.“ Zahlreiche Handzettel haben sie verteilt, Tierheim und Polizei verständigt, Inserate geschaltet und es über Facebook versucht. Die Haustierregister Tasso und Findefix wurden informiert. Tatsächlich sind ein paar Sichtmeldungen eingegangen aus Neubiberg, Unterbiberg und Unterhaching. Aber es war nie „Tigger“.

Suchhund nimmt Fährte auf

Das war der Punkt, an dem ein Suchhund zum Einsatz kam: der mit seinen sieben Jahren sehr erfahrene Labradorrüde „Marshell“. Seine Hundeführerin Uta Heiß von der K9 Pro Tiersuchstaffel berichtet: „Wir fanden eine Spur, die sich auf dem Parkplatz der Gärtnerei Seebauer verlor.“ Die Gärtnerei gehört zum Revier des Katers, wo er täglich vorbeischaute.

Zwei Spürnasen und ihr Frauchen: Uta Heiß mit ihren beiden Labrador-Hunden Ludwig (l.) und Marshell. Marshell war auch bei der Suche nach „Tigger“ im Einsatz.
Zwei Spürnasen und ihr Frauchen: Uta Heiß mit ihren beiden Labrador-Hunden Ludwig (l.) und Marshell. Marshell war auch bei der Suche nach „Tigger“ im Einsatz. © privat

Katze „Tigger“ verschwunden: Unbemerkt in einen Lkw gesprungen?

Der Verdacht liegt nahe, dass er bei seiner Vorliebe in fremde Autos zu springen, eventuell unbemerkt in einem der Liefer-Lastwagen mitgefahren ist. Tatsächlich zeigte Suchhund „Marshell“ einige Kilometer weiter erneut eine Spur an, und zwar wieder auf einem Parkplatz. Dieses Mal vorm Ladengeschäft des Unternehmens Seebauer in der Ottobrunner Straße im Münchner Stadtteil Ramersdorf-Perlach. Doch hier hat keiner „Tigger“ gesehen. Es besteht die Möglichkeit, dass er ins Parkhaus gehuscht und dort gleich wieder in ein anderes Auto gesprungen ist.

Um positiv gestimmt zu bleiben, liest Nicole Trapana oft Geschichten von Katzen, die selbst nach vielen Jahren wieder heimgekehrt sind. „Wenn ich nur wüsste, ob es ihm gut geht“, sagt sie. Die ganze Familie hofft auf den einen Tag, an dem der ersehnte Anruf kommt, dass ihr „Tigger“ gefunden wurde: „Dann machen wir 50 Luftsprünge!“

Hinweise und Kontakt

Wer „Tigger“ gesehen oder sogar bei sich aufgenommen hat, wird gebeten, sich bei Nicole Trapana zu melden unter Tel. 0179/4 87 85 02. Der kastrierte Freigänger-Kater „Tigger“ ist vier Jahre alt und größer als eine typische Hauskatze. Er hat rötlich-braunes Fell mit dunklen Flecken. Rücken und Flanken sind gefleckt, die weiße Brust gestreift, weißer Bauch mit dunklen Flecken. Die Schnauze ist ebenfalls weiß. Dreieckiges Gesicht, grüne Augen, große Ohren. Er ist neugierig und zutraulich, inspiziert gerne fremde Wohnungen, Autos, Kellerräume und Tiefgaragen. Er trägt kein Halsband, ist nicht tätowiert, aber an der linken Schulter gechipt. Cornelia Schönhardt

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