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Bei Eröffnung des Skateparks: Bürgermeister wird zum Retter in der Halfpipe – „Das Blut spritzte“

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Von: Laura Forster

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Kurz nachdem dieses Foto entstanden ist, stürzte einer der Skater schwer in der Halfpipe. Er zog sich eine tiefe Wunde am Bein zu. Ottobrunns Bürgermeister reagierte blitzschnell und legte dem Verletzten einen Druckverband an.
Kurz nachdem dieses Foto entstanden ist, stürzte einer der Skater schwer in der Halfpipe. Er zog sich eine tiefe Wunde am Bein zu. Ottobrunns Bürgermeister reagierte blitzschnell und legte dem Verletzten einen Druckverband an. © Robert Brouczek

Dramatische Szenen bei der Eröffnung des Skateparks im Landschaftspark: Ein junger Skater stürzt in der Halfpipe und verletzt sich schwer am Bein. Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer reagiert blitzschnell und wird zum Retter in der Halfpipe.

Neubiberg/Ottobrunn/Unterhaching – Es waren dramatische Szenen, die sich da am Dienstagabend im Landschaftspark abgespielt haben. Eigentlich sollte die Eröffnung des neuen Skateparks für die drei Gemeinden Unterhaching, Ottobrunn und Neubiberg eine fröhliche Veranstaltung werden. Die drei Bürgermeister Wolfgang Panzer, Thomas Loderer und Thomas Pardeller haben gerade das symbolische Band durchschnitten, da passierte es. Markerschütternde Schreie hallten über das Gelände.

Alle vor Schock erstarrt, Bürgermeister reagiert blitzschnell

Zunächst wusste niemand so recht, was jetzt los war. Einer der jungen Skater lag in der Halfpipe auf dem Boden, krümmte sich vor Schmerzen, einen Arm hatte er um sein verletztes Bein geschlungen, aus einer Wunde schoss Blut. Der Skater war offensichtlich beim Austesten der neuen Rampe von seinem Board gestürzt. Während alle vor Schock erstarrten, reagierte einer blitzschnell: Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer. „Ich bin zu dem jungen Mann gerannt und habe mich neben ihn gesetzt. An seinem Schienbein klaffte eine große Wunde, aus der Blut rausspritzte“, erzählt er am Tag danach.

Loderer hatte bereits seine Jacke ausgezogen und war dabei sein Hemd aufzuknöpfen, um damit die Blutung zu stoppen, da reichte ihn ein weiterer Skater ein T-Shirt. Notdürftig legte er es auf die Wunde, bis Christian Franke von der Gemeinde Unterhaching ein Erste-Hilfe-Set aus dem Auto holte und Loderer das Bein mit einem Verband umwickelte. „Daraufhin ging es dem Skater wohl etwas besser. Das muss jedoch tierisch wehgetan haben. Er hat sich mit dem Schienbein an einer Kante verletzt, hat er mir gesagt, als ich versucht habe, ihn zu beruhigen.“

Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer, Ottobrunns Rathauschef Thomas Loderer und Neubibergs Gemeindeoberhaupt Thomas Pardeller
Da war noch alles gut: (v.l.) Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer, Ottobrunns Rathauschef Thomas Loderer und Neubibergs Gemeindeoberhaupt Thomas Pardeller eröffnen den neuen Skatepark. © Robert Brouczek

Rettungseinsatz offenbart Adress-Problem

Während sich Loderer um den Verletzten kümmerte, wählte Wolfgang Panzer die 112. „Leider gab es Probleme mit der Wegbeschreibung. Die Einsatzzentrale des Rettungsdienstes arbeitet nur mit Adressen. Der Funpark hat jedoch keine und den Landschaftspark kannte der Mitarbeiter vor Ort nicht.“ Kurzerhand drückte Panzer das Telefon seinem Amtskollegen Thomas Pardeller in die Hand, damit dieser den Rettungsdienst die Örtlichkeit beschreibt, und wählte die Nummer der First Responder in Unterhaching. „Die wussten natürlich gleich, wo sie hinkommen sollen.“

Nur wenige Minuten später rollte der Wagen mit Blaulicht über die Landebahn. Die Ehrenamtlichen aus Unterhaching lösten Loderer ab und versorgten den Verletzten. Ein paar Augenblicke später traf auch der Rettungswagen der Johanniter ein, die den jungen Mann mit Verdacht auf einen offenen Schienbeinbruch ins Krankenhaus brachten.

Gemeinde zieht Konsequenzen

„Dass es Handlungsbedarf gibt, hat der Vorfall gezeigt. Gott sei dank war der Skater nicht lebensbedrohlich verletzt. Bei einem Schlaganfall jedoch zählt jede Minute“, sagt Wolfgang Panzer. Am Unfalltag noch veranlasste der Unterhachinger Bürgermeister das Ordnungsamt seiner Gemeinde, sich mit Ottobrunn und Neubiberg in Verbindung zu setzten. „Der Funpark soll eine Adresse bekommen, am besten eine, die in allen Kommunen gleich ist, damit so etwas nicht mehr vorkommen kann.“

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