Neue Schule wird größer geplant

Neue Marschrichtung: Unterföhring baut für 1500 Gymnasiasten

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Im Osten wird vergrößert: Die rote Linie zeigt den zusätzlichen Schenkel, den die Architekten nun gleich mitbauen sollen.

Fünfzügig statt vierzügig und mehr Platz für mehr Schüler: Das Gymnasium in Unterföhring nimmt nun doch größere Dimensionen an als geplant. Das hat der Gemeinderat in einer Kampfabstimmung beschlossen. 

Unterföhring – Das Gymnasium Unterföhring wird nicht ein vierzügiges, sondern ein fünfzügiges G9 für rund 1500 Schüler. Das haben im Gemeinderat CSU, SPD und Grüne in einer Kampfabstimmung beschlossen. Zugleich stimmte diese Mehrheit dafür, das Schulhaus um einen weiteren Schenkel zu vergrößern.

Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) und die PWU warben dafür, die bisherige vierzügige Planung fortzusetzen. Denn in dem großzügigen Schulhaus-Entwurf der Architekten Felix und Jonas, der für ein G8 entwickelt wurde, kann auch das G9 unterkommen. Geplant wurde bisher für 1000 Schüler, wobei laut Prognose 645 Schüler aus Unterföhring kommen und 350 aus München oder dem Landkreis. Die Kostenschätzung für ihre bisherige Planung wollten die Architekten am 30. Mai dem Bauausschuss vorstellen. 

Doch jetzt muss umgeplant werden. Zweite Bürgermeisterin Betina Mäusel (CSU), die stellvertretende Schulleiterin am Ernst-Mach-Gymnasium in Haar ist, plädierte dafür, gleich ein fünfzügiges Gymnasium zu bauen: „Wir haben hier einen großen Zuwachs.“ Der Schulbedarfsplan prognostiziert für Unterföhring, dass die Einwohnerentwicklung bis zum Jahr 2035 ein Gymnasium für 1600 Schüler erfordert. Dabei seien die Neubürger im künftigen Kiesa-Baugebiet noch gar nicht eingerechnet, sagte Mäusel. Sie warnte davor, dass die Ausweichräume, die die Architekten bisher vorsehen, vom Ministerium „ruckizucki“ als Klassenzimmer ausgewiesen werden könnten. „Dann zwickt es uns.“ Denn sie erlebe am Gymnasium Haar, dass das Ministerium „wenn es Not hat“, staatlichen Schulen Schüler einfach zuweist, „ohne dass wir uns wehren können“. Sie riet zudem, aufgrund der erforderlichen Umplanung von G8 auf G9 Zuschüsse nach dem Konnexitätsprinzip einzufordern: Der Freistaat muss demnach die Zusatzkosten erstatten, die sich für Planung und Bau ergeben.

Doch Bürgermeister Kemmelmeyer wehrte sich gegen eine „Schulfabrik“: „Da sträube ich mich mit allen Mitteln.“ Sein Plan: „Wir bauen eine Schule für 1000 Schüler und sehen Leitungen vor mit der Option, eines Tages erweitern zu können.“ Er sehe nicht ein, „im vorauseilenden Gehorsam für das Kultusministerium Räume vorzusehen, die, wenn sie da sind, besetzt werden.“

Thomas Weingärtner (SPD) hielt ihm vor, er wolle „eine Käseglocke“ über Unterföhring stülpen: „Ein Gymnasium wird für den Raum gebaut, in dem wir leben.“ Kemmelmeyer verwunderte dieser Standpunkt: „Im Kreistag hat die SPD beantragt, dass die maximale Schülerzahl bei Schulneubauten auf 1000 begrenzt wird.“ Und er fügte hinzu: „Ich bin Bürgermeister für Unterföhring und nicht für München. Die Stadt muss sich selbst Gedanken machen, wie sie ihre Schüler unterbringt.“ PWU-Fraktionssprecher Manuel Prieler warnte: „Was über 1500 Schüler geht, stellt für mich einen sozialen Brennpunkt dar.“ Gisela Fischer (Grüne) warb dagegen für die Erweiterung, damit jede Jahrgangsstufe um einem Innenhof gruppiert werden kann, wie im Konzept vorgesehen.

Doch weil im Unterföhringer Gemeinderat keine Fraktion die absolute Mehrheit hat, sind für jede Entscheidung Allianzen nötig. Ein Schulterschluss von CSU, SPD und Grüne setzte mit 14:10 Stimmen eine neue Marschrichtung durch: Das Gymnasium wird fünfzügig und wird für 1500 Schüler errichtet.

Charlotte Borst

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