Aus Rosenfeldweg wurde Else-Rosenfeld-Weg

Neuer Straßenname kostet Anwohnerin 5650 Euro: Jetzt will sie gegen die Gemeinde klagen

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Stein des Anstoßes: Anfang Juni enthüllte Zweiter Bürgermeister Dr. Peter Schweiger (re.) die neuen Straßenschilder im Beisein von Prof. Marita Krauss und Erich Kasberger (2. und 3. v. re.), die den Arbeitskreis zur Erforschung der Ickinger Straßennamen geleitet hatten. An der kleinen Zeremonie nahmen auch Weggefährten von Else Rosenfeld teil, etwa Max Platiel (li.) aus Wolfratshausen, der mit deren Kindern Peter und Hanna zur Schule gegangen war.

Ulrike Pfeiffer ist sauer. Der Rosenfeldweg, in dem sie wohnt, wurde kürzlich in Else-Rosenfeld-Weg umbenannt. Die Kosten in Höhe von 5650 Euro, die ihr dadurch entstanden sind, will sie von der Gemeinde erstattet bekommen. Ansonsten geht sie vor Gericht.

Icking – Mit seiner Entscheidung, den Rosenfeldweg umzubenennen, folgte der Gemeinderat wie berichtet einer Empfehlung des Arbeitskreises. Im Zuge der Debatte um den Wenzberg hatte dieser im Auftrag der Gemeinde Straßennamen untersucht, deren Namensgeber in der NS-Zeit lebten.

Ulrike Pfeiffer, Anwohnerin des ehemaligen Rosenfeldwegs, ist schwer verärgert.

Bereits mehrfach hatten Anwohner ihren Unmut über den Arbeits- und Kostenaufwand durch die Änderung des Straßennamens kundgetan. Ulrike Pfeiffer wurde in der Ratssitzung am Montag deutlich: „Wir Anwohner und besonders diejenigen mit Geschäftshaushalt fühlen uns in unseren Anliegen nicht gesehen und übergangen“, sagte sie. So hätten die Anwohner „sehr schöne und konstruktive Vorschläge“ unter Beibehaltung des Straßennamens unterbreitet, etwa eine Gedenktafel, eine Büste oder ein „Informationsbüchlein“ über das Leben von Else Rosenfeld.

„Kann sich geschäftsschädigend auswirken“

„Die Umbenennung ist für die Anwohner mit erheblichem Aufwand an Zeit und Kosten verbunden und kann sich in meinem Fall sogar geschäftschädigend auswirken“, beschwerte sich Ulrike Pfeiffer. Sie betreibe eine Praxis für Osteopathie und TCM sowie das Bed & Breakfast Bavaria und die Fotogalerie Lichtspur. „Wegen Irritationen im Navi“ würde die Straße nach der Umbenennung nicht mehr gefunden. Zudem entstünden ihr erhebliche Kosten durch die notwendigen Änderungen in den verschiedenen Internetportalen, für neue Visitenkarten, durch die elektronische und schriftliche Benachrichtigung von Patienten und Gästen sowie für neue Schilder. Hinzu kämen die Änderungen im Privatbereich – angefangen vom Reisepass bis zur Benachrichtigung von Banken, Versicherungen sowie Rechtsanwaltskosten.

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Kommune soll Kosten übernehmen, sonst will Anwohnerin klagen

Die Kosten bezifferte Pfeiffer mit rund 5650 Euro, wobei sich der Hauptteil auf den Geschäftsbereich beziehe. Die Ickingerin setzte der Gemeinde in der Sitzung eine Frist bis zum 20. Juni. Bis dahin will sie schriftlich darüber informiert werden, ob die Kosten von der Kommune übernommen werden oder ob sie „den Schritt zur Klage gehen muss“. Pfeiffer abschließend: „Es wäre eine schöne und konstruktive Lösung entstanden, wenn wir uns alle an einen Tisch gesetzt hätten, um zu reden. Else Rosenfeld hätte dann große Ehrung erfahren, und wir Anwohner wären befriedet gewesen.“

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„Allen kann man es nicht recht machen.“

Bürgermeisterin Margit Menrad antwortete, dass Ulrike Pfeiffer in Sachen Kosten Bescheid bekomme. „Ich bedauere, dass Sie nicht das Positive an der Namensänderung erkennen“, kommentierte sie die Vorwürfe. „Wir haben einen Gemeinderatsbeschluss, und die Fakten haben sich nicht geändert.“ Der Gemeinderat habe eine sehr verantwortungsvolle Entscheidung getroffen. Auch in der Bürgerversammlung habe sich die Mehrheit für die Umbenennung ausgesprochen. Menrad: „Allen kann man es nicht recht machen.“

Info

Weitere Infos zu den Namensgebern der Straßen finden sich im Internet unter www.icking.de

Yvonne Zuber

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