Neufahrner Kurve

Flughafen: Jetzt kommt die Anbindung ans Fernbahnnetz

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Die Grafik zeigt, wie die Neufahrner Kurve den Flughafen besser an die Bahn anbinden wird.

München - Zahlreiche stau- und verspätungsgeplagte Auto- und Bahnfahrer dürfen aufatmen: Es geht demnächst ein bisserl besser voran. Am Montag ist der Spatenstich für die sogenannte Neufahrner Kurve, die den Bahnreisenden aus Ostbayern die Fahrt zum Flughafen München deutlich verkürzen wird.

Für Bahnfahrer, die bisher aus dem Raum Regensburg, Landshut, Moosburg und Freising zum Münchner Flughafen wollten, war es ein Ärgernis: Sie fuhren im Zug quasi einen Katzensprung weit vorbei, sahen die Flieger starten und landen – und mussten doch erst einmal bis zum Münchner Hauptbahnhof fahren, dort umsteigen und den ganzen Weg wieder zurücknehmen, bis sie endlich abheben konnten. Bald jedoch wird der Weg zum Flieger kürzer, denn am Montag erfolgt der Spatenstich für die Neufahrner Kurve.

Über 20 Jahre nach der Eröffnung bekommt der Flughafen endlich eine Anbindung ans Fernbahnnetz. Reisende aus Ostbayern können nach der Fertigstellung direkt zum Terminal im Erdinger Moos fahren und müssen keinen zeitraubenden Umweg mehr in Kauf nehmen (siehe Grafik rechts). Das 2,3 Kilometer lange Schienenstück soll ab Ende 2018 den Flughafen direkt mit der Bahnstrecke Regensburg-München verbinden.

Neufahrner Spange kostet 83 Millionen Euro

Die Bedeutung dieser Neubaustrecke verdeutlicht die Liste der Anwesenden beim Festakt. Neben Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt werden Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann sowie Volker Kefer, In­frastruktur-Vorstand der Bahn, in Neufahrn erwartet.

Die Kosten des Projekts sollen bei rund 83 Millionen Euro liegen, der Bund stellt im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz-Programms

(GVFG) 46 Millionen Euro für den Bau bereit. Den Rest bezahlt der Freistaat.

Erste Baustufe des 30 Kilometer langen Erdinger Ringschlusses

Der Bau der Neufahrner Kurve ist die erste Baustufe des sogenannten 30 Kilometer langen Erdinger Ringschlusses (siehe Stichwort unten). Dieser sieht nach der Fertigstellung eine zweigleisige Verbindung zwischen Freising und Erding vor, die direkte Verbindungen von und zum Flughafen unter anderem aus Richtung Salzburg ermöglicht, dazu auch direkte Verbindungen von Markt Schwaben.

Während die Express-S-Bahn vom Hauptbahnhof noch im Planungsstadium ist, dürfen sich die Menschen in Ostbayern freuen, dass sie bald schneller zum Flughafen München kommen.

Stichwort: Erdinger Ringschluss

Wenn alles fertig ist, sollen dank des Erdinger Ringschlusses Erding und Freising durch eine 30,2 Kilometer lange zweigleisige Bahnstrecke, die über den Flughafen München führt, miteinander verbunden sein. Erster Abschnitt ist die Neufahrner Kurve (siehe Artikel links). Im weiteren Verlauf führt die Strecke unter dem östlichen Vorfeld des Flughafens in einen Tunnel, kommt nahe Schweigerloh wieder ans Licht und führt dann oberirdisch bis Erding. Auf dem Gelände des Fliegerhorstes Erding soll ein neuer Bahnhof entstehen, der sowohl Züge und S-Bahnen aus München als auch Züge aus dem Südosten aufnehmen kann, die über die Walpertskirchner Spange geführt werden.

Foto: Deutsche Bahn/Grafik: tz

Volker Pfau

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