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Heftige Schelte für Schulrektorin  - Bürgermeister nimmt sie in Schutz

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Von: Bert Brosch

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Harte Worte fielen im Gemeinderat Grasbrunn. Zwei Ratsmitglieder übten Kritik an Neukeferlohs Grundschul-Leiterin Christine Neumann. Das Kontra ließ nicht lange auf sich warten.

Grasbrunn - Für Susanne Jaspert und Hannes Bußjäger (beide FW) war es die letzte Möglichkeit, Bewegung in eine aus ihrer Sicht „extrem ungute Stimmung an der Schule“ zu bringen. Für Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) grenzte es hingegen an Rufschädigung. „Solche Vorwürfe ohne stichhaltige Beweise, das macht man nicht öffentlich! Das ganze Thema hat gar nichts im Gemeinderat zu suchen, die Eltern sollen sich direkt an die Rektorin, den Elternbeirat oder ans Schulamt wenden“, sagte Korneder.

An der Grundschule Neukeferloh werden aktuell 330 Kinder in 15 Klassen unterrichtet, davon sind vier „Kombiklassen“, in denen Schüler der Stufen eins und zwei sowie drei und vier gemeinsam lernen. Seit August 2016 ist Christine Neumann Schulleiterin. An ihr entzündet sich die massive Kritik der beiden Gemeinderäte der Freien Wähler, die allerdings keine Details nennen wollen.

Kritik am Verhalten gegenüber Kollegen und Schülern

„Es geht um ihre Wortwahl gegenüber Kindern und Eltern, es geht darum, wie sie sich verhält, wenn sich ein Kind oder eine Lehrerin krank melden“, fasst Bußjäger einige Vorwürfe zusammen. Er und seine Fraktion wollten kein Mobbing oder gar eine Ablösung der Rektorin, sondern dass man sich an einen Tisch setze – Bürgermeister, Rektorin, Elternvertreter und Gemeinderäte – und die Probleme offen anspreche und möglichst kläre.

Susanne Jaspert, Vorsitzende des Schul- und Kindergartenvereins, ergänzt: „Bei uns melden sich seit Monaten enttäuschte und zornige Eltern, die ebenso wie ihre Kinder unzufrieden sind mit der Stimmung an der Schule.“ Angeblich, so Jaspert, hätte das gesamte Lehrer-Kollegium mit Ausnahme einer Lehrerin Antrag auf Versetzung gestellt, so schlecht sei die Stimmung. An der Schule laufe ganz viel sehr schief. „Wir wollen das im Gemeinderat ausführlich diskutieren, doch der Bürgermeister blockt das immer wieder ab“, richtete Jaspert ihren Vorwurf auch gegen Korneder.

Bürgermeister wittert Rufschädigung

Der ist enttäuscht, dass Jaspert seine gut gemeinten Ratschläge unter vier Augen, das Thema nicht öffentlich anzusprechen, ignoriert habe. Das habe aber nichts damit zu tun, dass er etwas unter den Teppich kehren wolle. „Sondern weder der Bürgermeister – und schon gleich gar nicht die Gemeinderäte – haben sich in die Pädagogik und Leitung einer Schule einzumischen“, sagt Korneder. Die massiven Anschuldigungen der Freien Wähler gegen die Rektorin seien ohne hieb- und stichfeste Beweise eine klare Rufschädigung. „Daher kann ich nur eine Entschuldigung in Richtung Frau Neumann fordern.“ Einen runden Tisch oder eine Diskussion im Gemeinderat werde es zu diesem Thema auf keinen Fall geben. „Ich lasse doch einer Rektorin nicht von Gemeinderäten die Leviten lesen - das würde mir das Landratsamt auch niemals gestatten“, sagte Korneder. „Mit der Schule macht man keine Politik!“

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Schulleiterin wehrt sich

Den Vorwurf von Bußjäger, Eltern und Elternvertreter hätten mehrfach vergeblich versucht, über die Probleme mit Neumann zu sprechen, weist diese auf Anfrage energisch zurück. „Es gab weder in diesem noch im letzten Schuljahr irgendwelche Schwierigkeiten mit den Eltern oder deren Vertretern. Und es gab keinerlei Wünsche nach Treffen, um Problematisches zu diskutieren“, sagt Neumann. Gerade heute habe ihr der Vorsitzende des Elternbeirats versichert, dass er sich von den Vorwürfen der Freien Wähler entschieden distanziere.

„Bei einer großen Schulaufführung heute kam kein Elternteil auf mich zu und sagte, es gebe Probleme.“ Dass sieben Lehrerinnen im vergangenen Schuljahr um Versetzung gebeten hätten sei richtig, sagte Neumann. Das komme daher, dass viele Junglehrer aus Niederbayern oder der Oberpfalz nach Grasbrunn versetzt wurden. „Und die wollen natürlich unbedingt in ihre Heimat zurück – das hat nichts mit einer schlechten Stimmung im Kollegium zu tun, die ist sogar ausgesprochen gut“, betont Neumann.

Schulamt weiß von keiner Kritik

Genau dies bestätigt auch das Schulamt. Schulamtsdirektorin Karin Olesch sagt, dass sie keinerlei Kenntnis von Problemen an der Grundschule habe, es lägen ihr weder Beschwerden von Eltern oder Lehrern über die Schulleitung vor. Christine Neumann will trotz der für sie nicht nachvollziehbaren Vorwürfe in den kommenden Wochen den gesamten Gemeinderat in die Schule einladen um über die aktuelle Situation zu sprechen.

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