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S-Bahn-Unglück nahe München: Menschliches Versagen immer wahrscheinlicher - Tacho-Foto zeigt Geschwindigkeit

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Von: Veronika Mahnkopf

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Nach dem Unglück vom Montag, bei dem zwei S-Bahnen nahe München kollidiert sind, gehen die Ermittlungen weiter. Noch können die Züge nicht geborgen werden. Alle News hier im Ticker.

Update vom 16. Februar, 13.33 Uhr: Auch am Tag zwei nach dem S-Bahn-Unglück bei Schäftlarn bietet sich an der Unfallstelle ein Bild der Verwüstung. Neben den Gleisen türmen sich Trümmer: herausgerissene S-Bahn-Türen, Sitzpolster, Teile der Seitenverkleidung, Elektronik. Der Tacho des Zuges von München Richtung Wolfratshausen zeigt 40 km/h. Wie schnell die beiden Züge beim Zusammenprall waren, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Aktuell wird in Ermittlerkreisen die Zahl 57 km/h genannt.

Das Führerhaus der Unglücks-S-Bahn. Der Tacho zeigt Tempo 40.
Das Führerhaus der Unglücks-S-Bahn. Der Tacho zeigt Tempo 40. © Matthias Balk/dpa

Die beiden mit 95 Menschen besetzten Bahnen waren am Montagnachmittag im Berufsverkehr auf eingleisiger Strecke frontal zusammengestoßen. Ein Fahrgast wurde getötet, 18 Menschen wurden verletzt. Die Untersuchungen zur Unfallursache laufen - vermutet wird menschliches Versagen. Darauf mehren sich Hinweise.

Immer noch ein Trümmerfeld: die Unglücksstelle zwei Tage nach dem Zusammenprall zweier S-Bahnen in Schäftlarn.
Immer noch ein Trümmerfeld: die Unglücksstelle zwei Tage nach dem Zusammenprall zweier S-Bahnen in Schäftlarn. © Matthias Balk/dpa

Update vom 16. Februar, 10.06: Die Bergung der beiden südlich von München zusammengestoßenen S-Bahnen soll voraussichtlich am Donnerstag beginnen. Das teilte die Deutsche Bahn (DB) am Mittwoch mit. Mit Hilfe von Kränen sollen die havarierten Fahrzeuge geborgen werden. In Vorbereitung hierzu sei in der vergangenen Nacht bereits der Fahrdraht der Oberleitung auf einer Länge von mehreren Hundert Metern abgebaut worden, erläuterte die Bahn.

Nach S-Bahn-Unglück nahe München bleibt Streckenabschnitt gesperrt

Nach der Bergung der beschädigten S-Bahnen sollen laut Bahn die Schäden an der Infrastruktur begutachtet und behoben werden. Eine Prognose, wann die Strecke wieder freigegeben werden könne, sei derzeit noch nicht möglich.

Der Streckenabschnitt zwischen Höllriegelskreuth und Wolfratshausen bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Die S-Bahnen der Linie S 7 in Richtung Wolfratshausen verkehren bis Höllriegelskreuth und wenden dort. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen nach einem festen Fahrplan ist laut Bahn zwischen Wolfratshausen und Höllriegelskreuth eingerichtet.

S-Bahn-Unglück südlich von München: Zug ist durch Aufprall aus dem Gleis gesprungen

München/Schäftlarn - Schock am Montagabend: Südlich von München waren zwei S-Bahnen der Linie S7 kollidiert. Vor Ort bot sich den Rettern ein schreckliches Bild der Verwüstung: Durch die Wucht des Aufpralls war einer der Züge aus den Gleisen gesprungen, überall lagen Trümmer. Die besonders traurige Nachricht: Ein Mensch ist bei der Kollision ums Leben gekommen, 18 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

S-Bahn-Unglück nahe München: Bergung der Züge muss warten

Auch drei Tage später ist der Zeitpunkt für die Bergung der Unglückswagen weiter offen. Die Polizei verwies dazu am Mittwochmorgen auf die Bahn. Dort hieß es, die Bergung sei „in Prüfung“, man warte auf die Freigabe der Ermittler. Die Polizei ist derzeit noch mit der Untersuchung der Unfallstelle zugange. Auch am Mittwochmorgen waren Beamte vor Ort.

Die beiden mit 95 Menschen besetzten Bahnen waren am Montagnachmittag im Berufsverkehr auf eingleisiger Strecke frontal zusammengestoßen. Am Unglücksort spielten sich dramatische Szenen ab, Fahrgäste retteten einander. Die Reisenden waren teils völlig panisch und durch den Aufprall unter Schock.

S-Bahn-Unglück nahe München: War menschliches Versagen der Auslöser?

Als Ursache wird menschliches Versagen vermutet. Auf der S-Bahn-Strecke war es erst vor Kurzem zu einer extrem gefährlichen Situation gekommen. Für die Bergung der zertrümmerten Bahnen auf dem erhöht gelegenen Bahndamm wird unter anderem auch ein Spezialkran benötigt. sta mit dpa

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