Von Niesel bis Sintflut: Münchens Regen-Zonen

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Der Biergarten am Kleinhesseloher See im Englischen Garten

München - Was für ein verregneter Sommer! Doch das Leid ist nicht überall gleich groß. Unser Niederschlagsatlas für München und die Region zeigt Unterschiede von Niesel bis Sintflut.

Was für ein Jammer: Seit einer Woche haben Bayerns Schüler Sommerferien, und das Wetter ist eine Katastrophe. Starkregen, Dauerregen, Gewitterschauer - und die Sonne bestenfalls mit kurzen Gastspielen zwischendrin. Für schwül-dampfiges Klima wie in der tropischen Regenzeit - bis es dann kurz darauf weiterschüttet.

Hier geht's zum Wetter in der Region

Im Münchner Umland schien in der vergangenen Woche mancherorts die Welt unterzugehen, so schüttete es. Zum Beispiel in Finsing im Kreis Erding: Vergangene Woche kamen dort 50 Liter pro Quadratmeter runter (und das teils in nur wenigen Stunden) — während normalerweise in der ersten Augustwoche insgesamt nur rund 20 Liter pro Quadratmeter fallen, sagt Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst wetter.net. In vielen Orten im Süden Münchens schüttete es sintflutartig. Keller und Unterführungen liefen voll, während es ein paar Kilometer weiter nur tröpfelte.
Schuld an den großen lokalen Unterschieden bei der Regenmenge waren die ständigen Temperaturschwankungen, erklärt Meteorologe Jung. Über München zogen gleich mehrere Regenbänder hinweg, mit eingelagerten Schauern und Gewittern. „Da ist auch viel Zufall dabei, wo sie sich dann jeweils abregnen“, sagt Jung. Die heftigsten Regenfälle gab es immer dort, wo Wetterfronten mit kühler und warmer Luft zusammenstießen.

Flughafen München

Hier geht es seit einigen Wochen wettermäßig munter durcheinander — zum Ärger der Fluggesellschaften. Zwar gehörte der Flughafen in der vergangenen Woche zu den Gewinnern in Sachen ­trockene Lande- und Startbahnen (es fielen nur 15 Liter pro Quadratmeter). Dafür waren aber am 30. Juni innerhalb weniger Stunden 50 ­Liter pro Quadratmeter runtergeprasselt.

Innenstadt München

Kaum zu glauben: In der ersten Augustwoche ist München wettermäßig der absolute Spitzenreiter: In der Innenstadt gab es nur 12 Liter pro Quadratmeter. Und es soll eine sonnige Woche werden. Vielleicht ist das die Entschädigung für den 30. Juni: Da regnete es in der Innenstadt innerhalb von wenigen Stunden die Rekordmenge von 96 Litern pro Quadratmeter.

Roggenstein (Kreis FFB)

Im Westen und Süden von München schüttete es in der vergangenen Woche immer mal wieder. Zwar jeweils kurz, dafür aber auch heftig. An der Messstation in Roggenstein im Kreis Fürstenfeldbruck maß der Wetterdienst wetter.net insgesamt eine Regenmenge von 18 Litern pro Quadratmeter. D­amit liegt die Regenmenge leicht unter dem Durchschnitt.

Haar

In Haar im Kreis München kamen seit 1. August 22 Liter pro Quadratmeter vom Himmel, also leicht mehr als der Durchschnitt. Da es aber immer wieder richtig schüttete (kurz und sintflutartig), liegt die gefühlte Regenmenge höher. Tatsache ist: Im Münchner Südosten gab es kaum einen Tag ohne Regen. Auch in dieser Woche sind wieder Schauer zu erwarten.

Deisenhofen

25 Liter Regenmenge pro Quadratmeter gab es in der ersten Augustwoche in Deisenhofen bei München, das ist leicht über dem Durchschnitt. Allerdings müssen die Menschen, die im Süden von München leben, in dieser Woche mit vielen weiteren heftigen Schauern rechnen. Die Sonne macht nur kurze Stippvisiten. Aber ab dem Wochenende bessert sich das Wetter.

Finsing im Kreis Erding

Die armen Finsinger! Mit einer Regenmenge von 50 Litern pro Quadratmeter in der vergangenen Woche sind sie die absoluten Spitzenreiter. Es schüttete mehr als doppelt so viel wie normal, denn im Durchschnitt fallen in der ersten Augustwoche bis zu 20 Liter pro Quadratmeter. Ein Trost: Die Aussichten für den Nordosten von München sind gut, es soll in dieser Woche trocken bleiben.

Gilching bei Starnberg

In Gilching schüttete es in der ersten Augustwoche 35 Liter pro Quadratmeter, also deutlich mehr als im Durchschnitt. Allerdings soll das Wetter besser werden: In der kommenden Woche soll es im Kreis Starnberg nur am Dienstag regnen, und spätestens ab Mittwochmittag soll die Sonne wieder scheinen. Dann klettern die Temperaturen auch wieder an die 20-Grad-Grenze.

Prognose

War das nicht schon genug Regen? Nein, war es nicht! Die Meteorologen sagen: Heute geht’s nass weiter. Erst morgen wird’s besser, jedenfalls im Umland. Spitzenreiter ist laut Meteomedia der Münchner Norden mit zwölf Stunden Sonnenschein — und das Schlusslicht der Süden mit Dauerregen. Den prognostiziert Meteomedia jedenfalls für Oberhaching. Für den Westen und den Osten sagt Meteomedia wenigstens ein paar Sonnenstunden voraus. Die Temperaturen bleiben dabei überall unter 20 Grad. Gegen Ende der Woche aber kommt der Sommer in München und dem Umland zurück, verspricht der Wetterdienst wetter.net. „Wir bekommen in der zweiten Wochenhälfte mehr Sonne und höhere Temperaturen und haben gute Aussichten auf ein Wochenende ohne Regenschauer“, sagt Meteorologe Dominik Jung. Mit Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad stellt sich sogar wieder Badewetter ein.

Susanne Sasse

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