Reifen verloren: Austrian Airways musste am Flughafen notlanden

Die Schrecksekunden auf Flug OS 114

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Donnerstagabend auf dem Flughafen: Versorgungsfahrzeuge umringen die österreichische Maschine nach der Notlandung mit 56 Passagieren

München - Nach der Notlandung des Linienfluges OS 114 nach Wien hat das Luftfahrtbundesamt die Ermittlungen aufgenommen. Das Protokoll der Schrecksekunden:

Die Fokker 70 der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airways (AUA) mit 56 Passagieren und vier Crew-Mitgliedern an Bord hatte am Donnerstag Sekunden nach dem Start am Münchner Flughafen einen von zwei Reifen des rechten Hauptfahrwerks verloren. Die Maschine kehrte umgehend zurück und konnte nach bangen 30 Minuten für die Passagiere sicher landen (tz berichtete).

Bilder von der Notlandung

Flugzeug muss mit 56 Passagieren notlanden

AUA-Linienflug OS 114 fliegt laut Flugplan an jedem Werktag um 17.10 Uhr nach Wien Schwechat. Flughafenmitarbeiter sahen, wie sich der Reifen direkt nach dem Start um 17.30 Uhr löste und noch auf dem Flughafengelände liegenblieb. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Flugkapitän das Fahrwerk schon eingefahren. AUA-Sprecher Michael Braun: „Fahrwerk-Probleme gehören zu den Standardübungen, die Piloten im Simulator häufig üben. In solchen Fällen geht immer die Sicherheit vor. An einen Weiterflug nach Wien war nicht mehr zudenken.“ Um möglichst viel Sprit zu verbrauchen, flog die Maschine 30 Minuten lang Warteschleifen. Die Stewardessen bereiteten die Passagiere währenddessen auf die Notlandung vor: Gurte straff über das Becken, Füße vor, Kopf schützend an den Vordersitz lehnen. Auf dem Boden rüstete sich ein Großaufgebot an Feuerwehr und Rettungsdiensten für den Notfall.

Im sogenannten Low Pass (niedrigen Vorbeiflug) flog die Fokker 70 dann direkt am Tower vorbei. Dort begutachteten Lotsen mit Ferngläsern die Schäden: „Eine wichtige und in solchen Fällen auch einzige Informationsquelle für die Piloten zum Schadensausmaß“, erklärte Jörg Handwerg, Sprecher der Piloten-Vereinigung Cockpit e.V. Um 18.05 Uhr landete die Maschine sicher. „Es war die sanfteste Landung meines Lebens,“ berichtete ein müde Münchner Vielfliegerin spät in der Nacht Journalisten der Wiener Kronenzeitung. Die meisten PassagiereflogennochamselbenAbend mit späteren Maschinen nach Wien.

Die Fokker 70 wird nun in München von deutschen Experten begutachtet. Nach Handwergs Einschätzung sind verlorene Reifen „eher seltene Zwischenfälle, denen technische Mängel zugrunde liegen.“

von Dorita Plange

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