Schmutziges Geschäft mit Tieren

Welpen sterben nach qualvollem Transport

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Die 16 Welpen waren der Mutter genommen und in insgesamt fünf Boxen gepfercht worden.

Oberschleißheim – 16 kleine Hunde, zusammengepfercht in fünf Boxen. Tschechische Welpenhändler haben in Oberschleißheim Tiere unter grauenhaften hygienischen Bedingungen aus dem Kofferraum verkauft.

Bis die Polizei dazwischenfunkte. Doch zu spät: Zwei Hunde sind bereits an einer Infektionskrankheit gestorben.

Es ist ein schmutziges Geschäft, dass sich am Samstag in Oberschleißheim abgespielt hat. Zwei 37- und 38-jährige Männer aus Tschechien haben Hundewelpen aus dem Kofferraum ihres Autos verkauft. Über das Internet hatten sie sich in Oberschleißheim mit einer Käuferin verabredet. Das Schlimmste an dem illegalen Handel: Für den Profit der Händler müssen die Tiere furchtbare Qualen, die zwei von ihnen nicht überlebt haben. Die etwa sechs Wochen alten Welpen sind bereits an einer Infektionskrankheit gestorben, mit der wohl alle Tiere infiziert sind. Das erklärte die Sprecherin des Tierheims Riem, in das die Polizei die Tiere gebracht hat. Auch die anderen Hunde werden möglicherweise sterben. Sie wurden auf einer Isolierstation untergebracht.

Die 16 Welpen waren in insgesamt fünf Boxen gepfercht worden, die allesamt stark mit Hundekot verdreckt waren. In den Käfigen befanden sich zwölf Chihuahua, zwei Dackel, ein Yorkshire Terrier und ein Olde Englisch Bulldog.

Die verängstigt wirkenden Tiere waren abgemagert, ihre Augen tränten und auch ihr Fell war mit Kot verklebt, als die Polizei sie fand.

Die Beamten waren durch einen Hinweis darauf aufmerksam geworden, dass an einer Tankstelle in der Sonnenstraße in Oberschleißheim aus dem Kofferraum eines tschechischen Pkw heraus Welpen verkauft würden. Als die Polizisten im Streifenwagen anfuhren, fiel ihnen neben dem tschechischen Wagen noch ein Auto mit Dachauer Kennzeichen auf, aus dem heraus Menschen den beiden Hundehändlern noch zugewunken hätten.

Auf dem Rücksitz und im Kofferraum des tschechischen VW Passat fanden die Polizisten dann die Boxen, in denen sich jeweils mehrere Tiere befanden. Einer der Männer gab an, im Internet mit Hundewelpen zu handeln, für 470 Euro habe er einer Frau aus dem Raum Dachau gerade ein Tier verkauft. In anderen deutschen Städten seien bereits weitere Übergaben vereinbart, auf einer Liste hatten die Männer die Termine dokumentiert.

Weniger gründlich waren sie laut Polizei, was Impfungen der Hunde und tierärztliche Nachweise oder eine Reisegewerbekarte angeht. Nichts davon konnten die Männer vorweisen. Lediglich 15 tschechische Tierausweise hatten sie – unvollständig und nicht mit den nötigen Daten ausgefüllt.

Ein ortsansässiger Tierarzt, hatte gleich festgestellt, dass die Tiere unter Wurm- und Floh-Befall sowie Bindehautentzündungen litten und unterernährt waren. Ein Hund ist nach Einschätzung des Arztes nicht älter als zwei Wochen. Im Tierheim Riem, wohin die Polizei die Hunde gebracht hatte, wurden dann die schweren Infektionen festgestellt.

Die 470 Euro, die die Händler von der Frau aus dem Dachauer Raum bekommen hatten, stellte die Polizei sicher. Zudem mussten die beiden Männer eine Sicherheitsleistung von mehreren Hundert Euro hinterlegen. Die Polizei will auch weitere Käufer ermitteln.

Sebastian Horsch

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