Er hatte den Krebs schon fast besiegt

Friedrich (14) braucht dringend Knochenmarkspende - so können Sie helfen

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Nach der ersten Chemotherapie konnte Friedrich (14) aus Oberschleißheim den Urlaub am Bodensee wieder genießen. Doch sein Krebs kam zurück – bei einer Typisierungsaktion soll ein Stammzellspender für ihn gefunden werden.   

Friedrich (14) aus Oberschleißheim hatte den Krebs schon besiegt. Aber dann kam die Krankheit zurück, erzählt seine Mutter Claudia. Eine Typisierungsaktion am 26. Januar soll ihm helfen.

Oberschleißheim –  „Friedrich war da fix und fertig, weil er wusste, welche Schmerzen mit der Chemotherapie wieder auf ihn zukommen.“ Inzwischen hat sich ganz Oberschleißheim zusammengetan, um dem 14-Jährigen zu helfen, mit einer Typisierungsaktion am 26. Januar. Derzeit bekommt Friedrich eine weitere Chemotherapie in der Schwabinger Kinderklinik. Was er dringend bräuchte, wäre eine Stammzellspende, aber weder seine Eltern, noch seine zwei älteren Brüder eignen sich dafür.

Lange Leidensgeschichte

Die Leidensgeschichte des 14-jährigen Gymnasiasten und Handballers beim TSV Schleißheim begann im Juli 2017: „Da hatte Friedrich geschwollene Lymphknoten an der linken Halsseite und dann auf der rechten, für mich hat es nach einer Erkältung ausgesehen“, sagt seine Mutter. Auch der Kinderarzt vermutete erst eine Entzündung, dann Pfeiffersches Drüsenfieber. „Aber es ist immer schlimmer geworden.“

Sie erinnert sich: „Friedrich hatte Atemprobleme. Wenn er die Treppe raufgegangen ist, dann musste er 20 Minuten Pause machen, er konnte sich nicht mehr flach hinlegen, nicht mehr schlafen.“ Dann die schreckliche Diagnose am 23. August 2017: „Bei einem Röntgenbild hat sich gezeigt, dass Friedrich einen Riesentumor in der Thymusdrüse hat, der auf Lunge und Herz drückt.“

Mutter will ihren Buben nicht belügen

Damals fragten die Ärzte Mutter Claudia, ob der damals 13-jährige Friedrich erfahren solle, dass er Krebs hat: „Aber für mich war klar, dass wir es ihm sagen. Man kann ihm ja die nächsten Monate nichts vorlügen“, und sie ergänzt: „Er hat es eigentlich ganz tapfer aufgefasst. Er ist ein Kopfmensch und hat sich von den Ärzten angehört, was hinter der Krankheit steckt und welche Medikamente er nehmen muss.“

Die nächsten Monate bekommt Friedrich eine Intensiv-Chemotherapie, die meiste Zeit ist er in der Kinderklinik, wochenweise darf er nach Hause. Nichts mehr ist wie zuvor: Während seine Mitschüler in der achten Klasse am Carl-Orff-Gymnasium in Unterschleißheim lernten, ging Friedrich in die „Schule für Kranke“ im Klinikum. Und: „Daheim sind seine Lehrer vom Gymnasium zum Unterricht gekommen.“ Nach den Pfingstferien ging Friedrich wieder in die Schule. Parallel musste er zwar Tabletten für die Chemotherapie schlucken, aber: „Es hat eigentlich alles danach ausgesehen, dass er auf einem guten Weg ist.“ 

Im August machte die Familie Urlaub in Lindau, Friedrichs kurze blonde Haare wuchsen nach der Chemo wieder, auf dem Schiffsdeck breitete er die Arme aus und ließ den Wind durchpfeifen – er hatte sein altes Leben wieder zurück. 

Umso schlimmer traf es die Familie im November. Da radelte er mit einem Freund von der Schule nach Hause: „Da ist er zusammengebrochen und war bewusstlos.“ Im Krankenhaus vermuteten die Ärzte erst einen Schlaganfall oder Migräne, aber schnell wird klar: Der Krebs ist zurück – diesmal im Gehirn.

Handball-Freunde wollen helfen

Seitdem bekommt Friedrich wieder eine hochdosierte Chemo: „Sechs Tage ist er meistens in der Klinik, danach zwei Wochen daheim.“ In dieser Zeit muss er alle zwei bis drei Tage wieder in die Klinik, um seine Blutwerte checken zu lassen. „Er lenkt sich mit Computerspielen ab.“ Die Handballer vom TSV Schleißheim haben ihm ein Handy geschickt, damit er mit seinen Schul- und Sportkameraden Kontakt halten kann. Sabine Schellenberg, Freundin der Familie und Jugendteam-Beauftragte des TSV Schleißheim hat mit Vereinskollegen und der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eine Typisierungsaktion organisiert.

Friedrichs Mama freut sich über die große Unterstützung: „Wir bedanken uns schon jetzt bei den Menschen, die kommen.“ Und: „Wenn die Aktion nicht Friedrich hilft, dann vielleicht jemand anderem.“

Typisierungs-Akion und Benefizkonzert am 26. Januar

„Friedrich braucht euch!“ Unter diesem Motto organisieren die DKMS und der TSV Schleißheim am Samstag, 26. Januar, von 12 bis 16 Uhr eine Registrierungsaktion für die Stammzellspende in der Jahnhalle Oberschleißheim, Jahnstraße 11. Die Registrierung geht schnell: Erst muss der potenzielle Spender eine Einverständniserklärung ausfüllen, dann wird bei ihm ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt. Für Kinderbetreuung und Verpflegung bei der Aktion sorgt der TSV Schleißheim. Der Erlös aus Leberkässemmeln, Kuchen und Co. geht an die DKMS.

In der Trinitatiskirche, in der Friedrich im Mai 2018 konfirmiert wurde, findet während der Aktion um 14 Uhr ein Benefizkonzert statt. Organistin Margit Kovacs und die Freisinger Sopranistin Katharina Heißenhuber spielen und singen ein buntes Potpourri-Programm von Mozart bis Gerschwin. Das Carl-Orff-Gymnasium Unterschleißheim beteiligt sich mit einem Chor aus Schülern und Lehrern unter der Leitung von Christina Dreesbach, dazu Instrumentalisten. Der Erlös kommt der Typisierung zugute, jede Typisierung und Registrierung kostet 35 Euro.

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