Mindestens 23 Tote bei Angriff auf Bus mit Christen 

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Auto geklaut und Polizist mitgeschleift

Graßlfing - Filmreife Szenen in Graßlfing: Bei einer Polizei-Kontrolle gibt ein Autofahrer Vollgas und schleift einen Beamten 20 Meter weit mit.

Es ist gegen 21 Uhr am Sonntagabend, als die beiden Zivilpolizisten das Auto entdecken, nach dem sie fahndeten. Blitzschnell setzen sie sich vor den BMW, zwingen ihn zum Anhalten. Einer der Beamten stürmt zum Auto, reißt die Fahrertüre auf, fordert den Fahrer zum Aussteigen auf. Doch der denkt gar nicht daran. Mit Vollgas rast er im Rückwärtsgang davon, der 26-jährige Beamte ist zwischen der geöffneten Tür und dem Fahrzeug eingeklemmt. Erst nach rund 20 Metern gelingt es ihm, sich zu befreien.

Wie von Sinnen rast der Autofahrer in einen Acker, bleibt stecken und rennt zu Fuß weiter. Doch der Kollege des verletzten Polizisten ist schneller. Nach kurzer Flucht schnappt er den 22-Jährigen. Was genau den jungen Mann dazu veranlasst hat, das Leben eines Polizisten aufs Spiel zu setzen, ist nicht klar. Nach Polizeiangaben hatte der Mann aus dem westlichen Landkreis zuvor Streit mit einer Bekannten. Anschließend schnappte er sich die Autoschlüssel der Frau und brauste mit ihrem BMW davon.

Die Frau rief die Polizei an und so machten sich die Beamten auf die Suche nach dem Fahrzeug. Nach einem Hinweis, der BMW sei in Olching gesehen worden, fuhren die Polizisten in die Ampergemeinde. Im Ortsteil Graßlfing, in der Tucholastraße, entdeckten sie das Auto.

Wie viel Glück der 26-jährige Beamte hatte, wurde allen Beteiligten erst im Nachhinein klar. Denn bei seiner waghalsigen Rückwärts-Flucht machte der 22-jährige Autofahrer eine abrupte Lenkbewegung. Hätte er in die andere Richtung gesteuert, wäre der Polizist womöglich von den Vorderrädern überrollt worden. „Das hätte durchaus schlimmer, wenn nicht tödlich ausgehen können“, sagte so auch ein Polizeisprecher. Der 26-Jährige kam mit einigen Prellungen und Schürfwunden davon. Er ist seither krankgeschrieben.

Vorbereiten könne man sich auf solchen Ausnahmesituationen nur begrenzt, sagt Michael Fischer, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck, wo die beiden Ordnungshüter stationiert sind. Um bei Kontrollen aber möglichst gut auf unvorhersehbare Ereignisse reagieren zu können, werden die Beamte regelmäßig trainiert. In der Regel gilt: Einer kontrolliert, einer sichert. „Man weiß ja nie, wer in dem Auto sitzt und wie derjenige reagiert“, sagt Fischer.

Aber nicht nur für die Polizisten gibt es Vorgaben, wie sie sich bei einer Kontrolle verhalten sollen. Auch Autofahrer tun gut daran, bestimmte Regeln zu beachten. Die wichtigste: Den Anweisungen der Beamten unbedingt Folge leisten. „Dann wird die Kontrolle für beide Seiten entspannter“, sagt Michael Fischer.

Der 22-jährige Fahrer des BMW befindet sich dagegen in einer sehr angespannten Lage. Auf ihn wartet ein Strafverfahren wegen Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr.

Tobias Gehre

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