Schüler trauen sich nicht mehr auf Toilette 

Ekel-Alarm auf der Schultoilette - Rektorin erlässt deshalb strenge Klo-Regeln  

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Eklige Hinterlassenschaften haben dazu geführt, dass sich die Graßlfinger Grundschüler nicht mehr auf die Toilette trauen. Die Schulleiterin hat nun mit strengen Regeln reagiert.

Olching – Es ist Sommer, es ist heiß und Kinder pritscheln dann gerne mit Wasser. Was allerdings auf dem Buben-WC in der Graßlfinger Grundschule getrieben wurde, ist so gar nicht mehr niedlich. Klos wurden innerhalb von zwei Wochen immer wieder absichtlich verstopft und zum Überlaufen gebracht. Urin fand sich auf dem Boden und im Mülleimer. Knöllchen aus Wasser und Toilettenpapier klebten an der Decke – bis sie jemanden auf den Kopf fallen. Klodeckel wurden auch nicht vor Attacken verschont und Fußballbildchen landeten im ganzen Raum. Auch wenn der eine oder andere vor allem über Letzteres so kurz vor der WM schmunzeln wird: Die Sache entwickelte sich zu einem ernsthaften Problem.

Wer dahinter steckt, weiß man nicht. Aufklärende Gespräche mit den Klassen brachten nichts. Und: „Es gab Kinder, die plötzlich Angst hatten, das Klo zu benutzen“, schildert Schulleiterin Cathrin Theis. Sie ekelten sich, weil sie von daheim Sauberkeit gewohnt sind. Theis, seit 25 Jahren Lehrerin, wusste: Jetzt müssen drastische Maßnahmen ergriffen werden.

Schüler dürfen nun noch zu zweit auf Toilette

Es wurde ein Regelkatalog erarbeitet, der gelten soll, bis sich die Lage entspannt hat. Ab sofort dürfen die Kleinen nur noch zu zweit aufs stille Örtchen. Bevor sie die Toilette benutzen, sollen sie den Zustand überprüfen und Verschmutzungen sofort melden. 

Damit man nachvollziehen kann, wer wann auf dem Klo war, hängt eine Liste mit Uhrzeit und Namen aus. Sollte einer der Dreckspatzen entlarvt werden, muss dieser den Lokus selbst reinigen. Außerdem winkt ein Verweis, ersatzweise oder zusätzlich auch Sozialstunden. Die Lehrer werden die sanitären Anlagen zudem während des Unterrichts kontrollieren.

Die neuen Regeln wurden den Eltern mitgeteilt und auch mit dem Elternbeirat abgestimmt. „Wir stehen voll und ganz dahinter“, sagt dessen Vorsitzender Christian Glöckner. Die Kinder müssten Verantwortung für ihr Handeln übernehmen – und den Dreck selbst beseitigen.

Bisher habe sich der arme Hausmeister der Hinterlassenschaften angenommen, sagt Schulleiterin Theis. Dass es an einer Grundschule zu solchen Vorfällen kommt, sei nichts Ungewöhnliches. „Wir hatten hier jetzt aber zwei Jahre Ruhe und waren sehr glücklich damit“, berichtet sie. Warum es ausgerechnet jetzt wieder passiert? Möglicherweise wirklich wegen der warmen Temperaturen. Mit der provisorischen Unterkunft in Containern, weil die Schule umgebaut wird, hat es laut Theis jedenfalls nichts zu tun. Denn: „Es wurden auch Toiletten im normalen Schulgebäude verschmutzt.“

Das Putzpersonal weigerte sich, sauber zu machen

Bettina Betz, Leiterin des Schulamts in Fürstenfeldbruck, bestätigt, dass Toiletten-Vandalen auch andernorts tätig werden. Sie selbst hat als damalige Leiterin einer anderen Schule im östlichen Landkreis noch Krasseres erlebt: Hier wurde Kot an die Wände geschmiert. „Es war so schmutzig, dass das Putzpersonal sich weigerte, sauber zu machen“, erinnert sich Betz. Auch an einer anderen Schule, an der sie früher war, verstopften Schüler Klos und fluteten den Waschraum.

„Es ist absolut richtig, darauf mit strenger Hand zu reagieren“, sagt Betz. Sie hat die Klos damals verschlossen, den Schülern wurden die Schlüssel im Klassenzimmer ausgehändigt. Das hatte auch den Effekt, dass man herausfinden konnte, ob die Schmutzfinken möglicherweise von Außen kommen. Interessant: „Nach drei Monaten war Ruhe.“ Allerdings tauchte das Problem dann plötzlich in einem anderen öffentlichen Gebäude – keiner Schule – wieder auf. 

Sie benutzen für die Reinigung Ihrer Toilette teure, chemische Putzmittel? Das können Sie ab sofort lassen - denn es gibt ein simples Hausmittel, das genauso gut wirkt.

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gar

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